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Fall Telekom: DSW reicht Beschwerde gegen Staatsanwaltschaft ein

Bonn/Düsseldorf (dpa) - Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat angesichts der langwierigen Telekom- Ermittlungen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die zuständige Bonner Staatsanwaltschaft eingereicht.

Bonn/Düsseldorf (dpa) - Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hat angesichts der langwierigen Telekom - Ermittlungen eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die zuständige Bonner Staatsanwaltschaft eingereicht.

Die Ermittlungen zur Immobilienbewertung in der Bilanz der Deutschen Telekom verlaufen nach Ansicht der Anlegervertretung nur schleppend. «Vor viereinhalb Jahren wurde das Verfahren wegen Falschbilanzierung eingeleitet, auf Ergebnisse warten wir immer noch», sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Ulrich Hocker am Dienstag in Düsseldorf.

Die Bonner Staatsanwaltschaft sieht der Beschwerde gelassen entgegen. Sie werde kaum Aussicht auf Erfolg haben, sagte Oberstaatsanwalt Fred Apostel. Die Vorwürfe seien auch nicht «fair», denn die Mitarbeiter hätten den komplizierten Fall nicht zögerlich, sondern sehr intensiv bearbeitet.

Die vor mehr als drei Jahren aufgenommenen Ermittlungen zur Immobilienbewertung in der Telekom-Bilanz dauerten an, sagte Apostel. Ein Zeitpunkt für den Abschluss, der bereits mehrfach angekündigt worden war, könne nach wie vor noch nicht genannt werden. Die Behörde prüft, ob das Immobilienvermögen der Telekom von der früheren Konzernführung zu hoch ausgewiesen worden war und es entsprechend unrichtige Angaben bei den Börsengängen des Unternehmens gab.

Teuer werden könnte die lange Ermittlungsdauer für Anleger, die T- Aktien beim dritten Börsengang im Sommer 2000 erworben haben und eine zivilrechtliche Prospekthaftungsklage gegen die Deutsche Telekom anstrengten. «Ohne weitere Erkenntnisse der Staatsanwaltschaft wird der Beweis, dass der Prospekt falsch war, nur schwer zu führen sein», schilderte Hocker. Getroffen würden aber auch jene T-Aktionäre, die zunächst ein Schlichtungsverfahren eingeleitet hatten. Damit sei die Verjährungsfrist zwar gehemmt worden, doch jetzt laufe für viele dieser Anleger ebenfalls die Zeit ab.

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