Fall unter 2 000 Punkte möglich: Marktumfrage: Dax hat Boden noch nicht erreicht

Fall unter 2 000 Punkte möglich
Marktumfrage: Dax hat Boden noch nicht erreicht

Der Dax hat trotz seiner aktuellen Tiefstände den Boden noch nicht erreicht. Diese Einschätzung teilen einige technische Analysten. Dabei sehen sie aber die Charttechnik derzeit von der politischen Entwicklung überschattet. "Die Vorgaben von den USA wirken sich direkt aus", sagt Markus Reinwand von Helaba Trust. Er hält den deutschen Markt für zu wenig emanzipiert, um ein Eigenleben führen zu können. Dabei sorge der schwelende Irak-Konflikt für weiteren Abgabedruck.

vwd FRANKFURT. Fundamental betrachtet hält Reinwand den DAX für "total ausgebombt", nachdem er seit seinem Höchstständ im März 2000 bereits über 70 Prozent verloren hat. Nun deuteten Kennzahlen wie das Kurs-Buchwert-Verhältnis eigentlich auf eine Ende der Baisse, meint der Helaba-Analyst. Nun bewege sich der Dax in die breite Unterstützungszone von 2 300 bis 2 000 Punkten. Das sei die Konsolidierungsschiene aus den Jahren 1993 bis 1995. Innerhalb dieser Zone sollte der Boden zwar ausgebildet werden, charttechnisch seien Marken aber schwer zu nennen.

Das sieht auch Klaus Tafferner von Concord Effekten so. "Je größer die Unsicherheit, desto höher ist auch die Volatilität", so der Charttechniker. Eigentlich sähen die Indikatoren nicht schlecht aus, eine technisch getriebene Erholung sei möglich, meint Tafferner. Unter normalen Umständen könnte diese bis in den Bereich 2 600 Punkte führen. Darüber läge dann die nächste Widerstandsmarke erst im Bereich 2 820 Punkte.

Doch dieses Szenario könne erst dann eintreffen, wenn es der Dax schaffe, wenigstens einen Tag im Plus zu schließen. Das würde eine kleine Chance auf eine Stabilisierung eröffnen, von der aus die Erholung beginnen könnte. Doch auch der Analyst von Concord Effekten hält zunächst ein weiters Abgleiten für die wahrscheinlichere Alternative. Dabei sieht er eine massive Unterstützung, die von den Ständen Ende 1993 bis Mitte 1995 begrenzt seien. In diesem Zeitraum habe das Hoch bei 2 248 Stellen gelegen und das Tief bei 1 913 Zählern.

Rainer Satoris von HSBC Trinkaus hält die derzeitige Situation für entscheidend. Denn er sieht die wichtige Auffangzone beim Dax zwischen 2 320 und 2 282/4 Punkten. Die obere Begrenzung stelle das Hoch von September 1995 dar, die untere Marke werde von Hoch Ende 1993 und Mitte 1994 gebildet.

Sollte dieser Bereich, der am Dienstag bereits getestet wurde, signifikant verletzt werden, hält Satoris einen Fall bis in den Bereich um 2 000 Punkte für wahrscheinlich. Bis dahin gebe es dann keine wichtigen Auffangmarken mehr. Das Tief werde begrenzt von 1 972/76 Stellen, das seien Hochs aus dem März und Juli 1990 gewesen. Verstärkt worden sei dieser Bereich noch einmal 1994, damals habe der Dax dort sein Tief markiert.

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