Fallende Telekommunikations- und Technologiewerte
Europäische Börsen im Strudel der US-Kursverluste

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch nach Angaben der Händlern die erneuten Kursverluste an der US-Technologiebörse Nasdaq vom Dienstag mehrheitlich nachgezeichnet und schwächer tendiert. Zwar habe die Bekanntgabe von neuen Geschäftszahlen vereinzelt zu Kurszuwächsen geführt, sagten Händler. Fallende Telekom - und Technologiewerte hätten in ihrem Einfluss jedoch überwogen. Verglichen mit dem Kursrückgang an der Nasdaq in den letzten zwei Sitzungen sei das Handelsgeschehen in Europa vergleichsweise stabil, räumte ein Händler ein.

Reuters FRANKFURT. Besorgt äußerten sich einige Börsianer darüber, wie sich die Bekanntgabe des US-Verbraucherpreisindex am Mittwochnachmittag auf die Eröffnung der US-Börsen auswirken wird. Werde dieser den starken Anstieg des zuletzt veröffentlichten Erzeugerpreisindex untermauern, könnte es weiter abwärts gehen, befürchtete ein Händler.

An den US-Märkten hatte der US-Technologieindex Nasdaq Composite am Dienstag 4,4 % auf 2318,58 Punkte nachgegeben. Der Dow Jones hatte mit einem Minus von 0,64 % bei 10 730,88 Zählern geschlossen. Die Kursverluste der Standardwerte waren Händlern zufolge von höher tendierenden Einzelhandelsunternehmen etwas abgefangen worden.

Der S&P-Future deutet mit einem Plus von 0,1 Punkten auf 1285,4 Zähler auf eine kaum veränderte Eröffnung der Wall Street hin. Der Nasdaq-Future notierte unverändert bei 2130 Zählern. Der Stoxx-50-Index für die größten Unternehmen aus der EU und der Schweiz fiel bis gegen 13.30 Uhr um 1,13 % auf 4187 Punkte, während der Euro-Stoxx-50-Index für die Standardwerte aus der Europäischen Währungsunion (EWU) um 1,54 % auf 4 412 Punkte nachgab.

London - Pharmagewinne geringer als Telekomverluste

An der Londoner Börse haben die Kursgewinne bei Astra Zeneca den Index nur vorübergehend in positives Terrain gehoben. Der FTSE 100 drehte im weiteren Handelsverlauf, was insbesondere schwache Telekomtitel verursachten, und notierte am Mittag 0,05 % tiefer bei 5977,1 Zählern. Die USA hatte dem Pharmakonzern Astra Zeneca genehmigt, sein Medikament Nexium in den US-Markt einzuführen, worauf die Aktie 7,05 % auf 3085 Pence zulegte. Im Aufwind waren auch GlaxoSmithKline, die am Mittag neue Geschäftszahlen vorlegen wollten. Ein neues Zwei-Jahres-Tief verzeichneten die Vodafone-Aktien bei 185 1/2 Pence. Auch Branchennachbar British Telecom büßte 0,51 % auf 582,93 Pence ein.

Zürich - Abwärtstrend fortgesetzt

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch den Abwärtstrend fortgesetzt. Händler sagten, die anhaltenden Verluste an den US-Aktienbörsen belasteten die Stimmung sehr und hielten die Investoren vom Markt fern. Zudem würden in der momentanen Verfassung nur negative Nachrichten beachtet. Der SMI Index notierte um 0,98 % tiefer auf 7628 Punkte. Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von der Reaktion der US-Aktien auf die Verbraucherpreisdaten am Nachmittag abhängen. Ciba hatten mit ihren Zahlen Händlern zufolge die Erwartungen der Experten in etwa getroffen. Die Aktie notierte stabil auf 107 sfr. Etwas höher notierten die traditionellen Werte wie Nestle und Novartis. Nestle wird am Freitag über das Geschäftsjahr 2000 informieren.

Paris - Im Minus, Peugeot und Sanofi stützen

In Paris präsentierte sich die Börse mit deutlichen Kursverlusten, die nur teilweise von Zugewinnen bei Peugeot und Sanofi-Synthelabo ausgeglichen wurden. Geschwächt von fallenden Technologiekursen markierte der Index CAC 40 zwischenzeitlich ein 13-Monats-Tief bei 5460,36 Puntkten und notierte am Mittag 1,27 % im Minus bei 5478,13 Punkten. Peugeot verteuerte sich 3,2 % auf 296,9 Euro, nachdem der Autohersteller ein Gewinnwachstum in 2000 von 80 % ausgewiesen hatte. Papiere des Pharmaunternehmens Sanofi - Synthelabo erholten sich von den Vortagesverlusten um 1,67 % auf 63,9 Euro.

Mailand - Unter Vortagesniveau

Die italienischen Aktienwerte sind am Mittwoch unter ihr Vortagesniveau gefallen. Für schlechte Stimmung sorgten die neuen Zahlen des Versicherungskonzerns Generali, dessen Aktien 1,45 % auf 393,5 Euro nachgaben. Dagegen erholten sich Seat von den Kurseinbußen des Vortages und verzeichneten einen Zuwachs von 0,55 % auf 16,45 Euro. Pirelli gewannen 1,47 %. Telecom Italia notierten 0,42 % tiefer bei 11,87 Euro.

Madrid - Gewinnmitnahmen bei Averalia

An der madrilenischen Börse haben vorübergehende Gewinnmitnahmen beim Stahlkonzern Aceralia und schwache Technologiewerte die Stimmung belastet. Der Ibex fiel im Handelsverlauf 1,01 % auf 9582,2 Zähler. Nach anfänglichen Kursverlusten drehten aber die Aktien des Stahlkonzerns Aceralia, der mit den Branchenmitstreitern Usinor und Arbed zum größten Stromkonzern fusionieren will, ins Plus. Am frühen Nachmittag notierte der Wert 1,34 % höher bei 14,39 Euro. Die Aktie hat nach Ansicht eines Händlers noch weiteres Kurspotenzial nach oben. Schwächer notierten Telefonica und seine Mobilfunktochter Telefonica Moviles.

Amsterdam - Index fällt fast auf 600 Punkte

Der niederländische Börsenindex AEX ist am Mittwoch begleitet von nachgebenden Technologiewerten in die Nähe der 600-Punkte-Marke gefallen. Am Mittag notierte der AEX bei 601,1 Zähler und somit 1,65 % unter Vortagesschluss. Händler befürchten, dass der Index nach Bekanntgabe des US-Verbraucherpreisindex weiter fallen werde, sofern dieser den starken Anstieg des zuvor veröffentlichten US-Erzeugerpreisindex bestätigen werde. Philips Electronics sanken 1,96 % auf 36,54 Euro, nachdem der Chiphersteller das Erreichen des Absatzziels für 2000 als problematisch bezeichnet hatte.

Wien - Gewinnmitnahmen

Die österreichischen Aktienwerte tendierten am Mittwoch leichter. Der ATX sank 0,4 % auf 1204,79 Zähler. Mayr-Melnhof litten am Vormittag nach Händlerangaben unter Gewinnmitnahmen. Die Papiere gaben 2,48 % auf 55,10 Euro nach, nachdem die vorgelegten vorläufigen Zahlen für 2000 besonders beim Betriebsergebnis (EBIT) am unteren Ende der Erwartungen gelegen waren. Am Dienstag hatten MMK noch 10,35 % zugelegt.Ebenfalls Gewinnmitnahmen verzeichneten VA Tech, die 1,51 % auf 35,95 Euro nachgaben. Auch VA Tech hatten am Dienstag mehr als zehn Prozent zugelegt.

Brüssel - Fortis belasten, Interbrew gefragt

In Brüssel wurde das Börsenbarometer trotz der Kursgewinne von Interbrew von leichteren Fortis-Aktien in negatives Terrrain gedrückt. Der Bel 20 notierte am Mittag 0,52 % im Minus bei 2978 Zählern. Aktien der Brauerei Interbrew profitierten Händlern zufolge von der Nachricht, dass das Land Belgien vielleicht gegen einen britischen Beschluss intervenieren werde. Dem Beschluss zufolge ist Interbrew gezwungen, seine Konzerntochter Bass zu verkaufen. Interbrew stiegen 0,81 % auf 31 Euro. Schwergewicht Fortis fielen dagegen 2,48 % auf 31,51 Euro, was Händler auf die anhaltenden Sorgen über die US-Konjunkturentwicklung zurückführten.

Stockholm - Nasdaq belastet, Verluste überschaubar

Die Stockholmer Börse zeigte sich Händlern zufolge von den Nasdaq-Vorgaben belastet. Der OMX fiel 0,35 % auf 983,79 Zähler. Händler verwiesen jedoch auf relativ geringe Kurseinbußen im Vergleich zur US-Technologiebörse. Angesichts der Verluste an der Nasdaq von fast zehn Prozent in den letzten zwei Sitzungen erweise sich Europa als robust, sagte ein Händler. Kurseinbußen erlitten die einflussreichen Telekomausrüster. Während Nokia 0,79 % fielen, gaben die Ercisson 0,58 % nach.

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