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Falsch etikettierte Wurst auch in Hamburg entdeckt

Das Hamburger Hygiene Institut hat bei Stichproben im Einzelhandel zahlreiche falsch etikettierte Wurstprodukte gefunden. Von 116 untersuchten Wurstwaren hätten 29 entgegen der Etikettierung Rindfleisch enthalten, teilte die Hamburger Gesundheitssenatorin Karin Roth (SPD) am Mittwoch mit.

Reuters BERLIN. Bei 16 dieser Fälle gehe das Hygiene Institut von einer bewussten Täuschung der Verbraucher aus, weil die Rindfleisch-Angabe auf den Etiketten überklebt oder durchgestrichen worden sei. Baden-Württemberg meldete unterdessen seine ersten BSE-Verdachtsfälle. In Bonn tagte die Bund-Länder-Arbeitsgruppe über die Verteilung der Kosten infolge der BSE-Krise.

Nach Angaben der Hamburger Gesundheitssenatorin soll bei einem Nachweis bewusster Verbrauchertäuschung Anzeige gegen die Hersteller, Vertreiber und Händler der falsch etikettierten Wurstwaren erstattet werden. Dies sei bisher noch nicht geschehen, weil die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen seien. Roth kündigte an, die Kontrollen von Wurstwaren in Hamburg fortzusetzen. "Wir brauchen mehr Sicherheit für die Verbraucher. Das hat Vorrang vor allem anderen", sagte die Gesundheitssenatorin. In den vergangenen Wochen waren bereits in mehreren Bundesländern falsch ausgezeichnete Wurstwaren entdeckt worden.

In Baden-Württemberg wurde am Mittwoch ein zweiter BSE-Verdachtsfall gemeldet, nachdem am Dienstagabend erstmals ein solcher Fall in dem Land bekannt geworden war. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart handelt es sich um ein Rind aus dem Landkreis Biberach und um eine Kuh aus Schelklingen im Alb-Donau-Kreis. Bei dem Rind aus Biberach hätten sowohl ein Schnelltest als auch die Gegenprobe positive Befunde ergeben. Das Tier stammt den Angaben zufolge ursprünglich aus Bayern und sei von einem Bauern aus dem Kreis Biberach im Jahr 1999 gekauft worden. Die zehnjährige Kuh aus Schelklingen sei am vergangenen Montag geschlachtet worden. Ein Schnelltest habe einen Verdacht auf die Rinderseuche BSE ergeben. Endgültige Test-Ergebnisse durch die Bundesanstalt für Viruserkrankungen in Tübingen werden für Ende dieser Woche erwartet. Bislang gibt es zehn bestätigte BSE-Fälle bei in Deutschland geborenen Rindern, sechs dieser Fälle sind allein in Bayern aufgetreten.

In Bonn trafen sich am Mittwoch Vertreter von Bund und Ländern, um über die Verteilung der Kosten durch die Maßnahmen zum Schutz vor BSE zu beraten. Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt.

Am Dienstag waren Bundesgesundheitsministerin Andrea Fischer (Grüne) und Bundeslandwirtschaftsminister Karl-Heinz Funke (SPD) wegen der BSE-Krise von ihren Posten zurückgetreten. Kanzler Gerhard Schröder (SPD) berief als Nachfolgerinnen die stellvertretende SPD-Fraktionschefin Ulla Schmidt und Grünen-Chefin Renate Künast. Das von ihr geführte Agrarministerium soll künftig um die Kompetenz für den Verbraucherschutz erweitert werden.

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