Falsche Informationen
Morgan Grenfell verklagt Medienfirma EM.TV

Wie die Deutsche-Bank-Tochter Morgan Grenfell bestätigte, haben zwei Tochterunternehmen Klage gegen die deutsche Firma eingereicht. EM.TV muss sich nun vor einem Londoner Gericht verantworten.

HB LONDON. Als Reaktion gab die EM.TV-Aktie am Neuen Markt um rund 10 % auf 1,44 Euro nach. Das Unternehmen wies die Vorwürfe der Bank zurück.

Hintergrund ist der Kauf der Vermarktungsrechte an der Formel-1, die EM.TV im März 2000 von Promoter Bernie Ecclestone über die US-Bank Hellman & Friedman sowie über Morgan Grenfell als Zwischenhändler gekauft hatte. Da ein Großteil der Kaufsumme in Aktien von EM.TV bezahlt wurde, hat die Deutsche-Bank-Tochter durch den späteren dramatischen Kurseinbruch einen geschätzten Buchverlust von bis zu 1 Mrd. DM erlitten. Wie viele Kleinanleger sieht sich Morgan Grenfell von EM.TV über die wahre Geschäftlage getäuscht und fordert darum Schadensersatz in noch unbekannter Höhe. Deutsche Aktionärsvertreter begrüßten gestern den juristischen Vorstoß aus London.

EM.TV bestätigte, dass die bereits im August bei einem englischen Gericht eingereichte Klage am Montag in München eingegangen ist. "Das war der letzte Tag der Zustellfrist", so Firmensprecherin Stefanie Schusser. Bislang liege noch keine Begründung vor. Morgan Grenfell machte keine Angaben zu den Details. Problematisch für EM.TV ist aber der Gerichtstand London, da dort für institutionelle Anleger die Chancen besser als in Deutschland und hohe Schadensersatzsummen durchaus üblich sind.

Morgan Grenfell hatte 12,5 % an der Formel-1-Vermarktung im Oktober 1999 gekauft und später an die von Thomas Haffa gegründete EM.TV veräußert. Der Preis von 450 Mill $ wurde unter anderem mit 4,1 Mill. EM.TV-Aktien bezahlt - damals mit 110 Euro bewertet. Diese wurden von dem Fonds Deutsche European Partners IV verwaltet, der zu den Klägern gehört. Unklar ist, ob und wann sich die Bank von dem EM.TV-Paket getrennt haben. "Nach der Haltefrist von drei Monaten hätte Morgan Grenfell verkaufen können", heißt es bei EM.TV. Dies habe die US-Bank Hellman & Friedman getan.

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