Falscher Alarm in Quickborn
Verwirrung um angebliche Geiselnahme

Eine vorgetäuschte Geiselnahme hat am frühen Donnerstagmorgen im schleswig-holsteinischen Quickborn (Kreis Pinneberg) die Polizei in Atem gehalten.

Hb/dpa QUICKBORN. Nachdem ein 17-Jähriger bei der Polizei angerufen und behauptet hatte, er habe mehrere Geiseln genommen, war ein Großeinsatz ausgelöst worden. Straßen wurden abgesperrt, ein Mehrfamilienhaus von Spezialkräften umstellt, berichtete ein Polizeisprecher. Nach mehreren Stunden überwältigten Beamte eines Sondereinsatzkommandos den offenbar betrunkenen 17- Jährigen, als dieser das Haus verlassen wollte.

Den Anrufen gegen 5.00 Uhr bei der Polizei und der angeblichen Geiselnahme waren nach Aussagen von Nachbarn lautstarke Streitereien des Tatverdächtigen mit seinem ebenfalls alkoholisierten Mitbewohner vorangegangen, sagte der Polizeisprecher. Am Telefon hatte der Anrufer behauptet, acht Geiseln genommen zu haben und sie mit Sprengsätzen zu bedrohen. Er forderte zunächst 4 Mill. Euro Lösegeld, die vor der Haustür abgestellt werden sollten. "Später hat er 40 Mill. Euro und einen schwarzen Ferrari mit Automatik- Getriebe verlangt", sagte der Polizeisprecher. Auch bei Nachbarn hatte der Mann geklingelt und mit Bombenexplosionen gedroht. Außerdem wollen Zeugen Schüsse gehört haben, die vermutlich mit einer Schreckschusswaffe abgefeuert wurden.

Der angebliche 28-jährige Lebensgefährte des 17-Jährigen wurde von den Einsatzkräften in der Wohnung in dem Mehrfamilienhaus schlafend auf dem Sofa entdeckt. Er hatte leichte Schnittverletzungen am Arm. Wie die Verletzungen zu Stande gekommen waren, konnten die Ermittler zunächst nicht sagen. Unklar war zunächst auch, welche Rolle der Mann bei den Vorgängen spielte, ob er Opfer oder möglicherweise Mittäter war. Gegen den 17-Jährigen wurden Ermittlungen wegen Vortäuschung einer Straftat und Missbrauch von Notrufeinrichtungen eingeleitet.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%