Familienaktionäre haben Verkaufsoption
Buzzi schließt Übernahme von Dyckerhoff nicht aus

Der italienische Zementkonzern Buzzi Unicem Spa, zieht eine vollständige Übernahme der Wiesbadener Dyckerhoff AG zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht. Das sagte Franco Buzzi, Vizepräsident des italienischen Zementkonzerns auf Anfrage des Handelsblatts.

DÜSSELDORF/MAILAND. Ende Juni hatten die Italiener bekannt gegeben, dass sie rund 34 % der Anteile des Bauzulieferers übernehmen wollen. "Wir können sowohl mit einer Partnerschaft mit der Familie Dyckerhoff als auch mit der Idee einer späteren Übernahme des Unternehmens gut leben", erklärte Buzzi.

Die Italiener haben den 340 Familienaktionären, die jetzt noch insgesamt 34 % der Stammaktien halten, eine Verkaufsoption eingeräumt. Diese sieht vor, dass die Familienmitglieder Buzzi bis zum Jahr 2004 alle ihre Stämme verkaufen können. Aus Aktionärskreisen erfuhr das Handelsblatt, dass die Italiener dann 84 ? je Aktie zahlen wollen. Zum Vergleich: Aktuell notieren die Stämme bei 29 ?.

Kein Angebot an Streubesitz

Sollten die Familienmitglieder von der Verkaufsoption Gebrauch machen und Buzzi die Mehrheit erlangen, sei aber kein freiwilliges Übernahmeangebot an die Minderheitsaktionäre (11 % der Anteile) geplant, stellte er klar: "Bevor wir ein Unternehmen vom Kurszettel streichen, würden wir den Streubesitzanteil eher erhöhen." Peter Rath von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz kritisiert, dass die Minderheitsaktionäre zu "Teilhabern zweiter Klasse" würden.

Gert Dyckerhoff, Sprecher der Familienaktionäre, bezweifelte auf Anfrage des Handelsblatts indessen, dass die Familie weitere Anteile verkauft. "Beim ersten Paketverkauf stammen nur 4 % aus Familienbesitz", erklärte er. Die übrigen Anteile wird Buzzi in den nächsten Wochen von den bisherigen Großaktionären Dresdner Bank und R+V Versicherung übernehmen. Gert Dyckerhoff setzt darauf, das Unternehmen partnerschaftlich mit den Italienern führen zu können.

Management bleibt unverändert

Der neue Großaktionär wird künftig vier Sitze im 16-köpfigen Aufsichtsrat haben. "Wir wollen eine aktive Rolle spielen", kündigte Buzzi an. Das Management soll unverändert bleiben. Im Einzelnen kann sich Buzzi aber vorstellen, dass die Aktivitäten beider Unternehmen in den USA integriert werden. Zudem sieht er Synergien in Bereichen wie Forschung und Entwicklung sowie Einkauf.

Die von Dyckerhoff vorgelegten Halbjahreszahlen lagen im Rahmen der Erwartungen. Das Betriebsergebnis sank um 12,4 % auf 92 Mill. ?, der Umsatz um 5 % auf 1,147 Mrd. ?. "Angesichts der schwachen Baukonjunktur in Deutschland sind diese Zahlen keine Überraschung", sagte Nikolas Meyer-Lindemann, Analyst vom Bankhaus Lampe. Dyckerhoffs Prognose für das Gesamtjahr hält er für realistisch. Bei sinkendem Gewinn soll der Vorjahresumsatz wieder erreicht werden.

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