Familienunternehmen Ferchau bewältigt den Generationenkonflikt
Externe Moderatoren helfen über emotionale Nachfolge-Barrieren

Heinz Ferchau und sein Sohn Frank bilden seit mehreren Jahren gemeinsam die Führungsspitze des Gummersbacher Ingenieur-Dienstleisters Ferchau Engineering GmbH. Die reibungslose erfolgreiche Vater-Sohn-Zusammenarbeit verdanken sie einem Moderatoren-Team, das die beiden über eineinhalb Jahren betreute.

HB GUMMERSBACH. Der Vater: honigfarbenes Jackett, orange-gestreifter Schlips, schwarze Hose. Der Sohn: dunkelgraues Jackett, dunkelblaue Hose, grauer Pulli mit V-Ausschnitt und passend gedeckter Krawatte. Die Farben signalisieren Wesensunterschiede: "Ich bin ein Bauchentscheider, bei Frank läuft alles durch den Kopf", nennt Vater Heinz Ferchau sie bereitwillig beim Namen. Und: "Frank hat die Ausbildung, die ich gerne gehabt hätte."

Der gelernte Schlosser Heinz Ferchau, 63, machte seinen Ingenieur an der Privaten Ingenieur- und Technikerschule Köln. Sohn Frank, 40, genoss die Vorteile seiner Generation und besuchte nach dem Abitur ein Jahr lang eine High School in den USA, studierte erst Elektro- und Automatisierungstechnik an der Berufsakademie Mannheim und dann Betriebswirtschaft in Marburg mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann.

Gemeinsam bilden sie die Führungsspitze des Gummersbacher Ingenieur-Dienstleisters Ferchau Engineering GmbH, eines Familienunternehmens mit 2 000 Mitarbeitern und in diesem Jahr voraussichtlich 125 (2003: 115) Mill. Euro Umsatz. Sie sehen sich regelmäßig, aber nicht ständig. "Wir leben beide ohne festen Wohnsitz", ironisiert Frank Ferchau ihr Nomadenleben.

24 Niederlassungen vom Norden bis zum Süden der Republik samt Kunden aus fast allen technischen Branchen gilt es permanent zu betreuen. "In einem Familienunternehmen wollen die Leute den Unternehmer sehen. Der persönliche Durchgriff auf den Chef ist enorm wichtig", sagt Vater Heinz Ferchau und meint Mitarbeiter wie Kunden gleichermaßen. Sohn Frank nickt zustimmend.

Das war nicht immer so. Wer das Vater-Sohn-Team fast einträchtig beieinander sitzen sieht, mag es nicht glauben - Frank: "Aber dies ist kein konfliktfreier Raum." Drei Jahre haben sie gebraucht, um sich zusammenzuraufen. Und ohne Moderation, das geben sie einmütig zu, hätten sie es nicht geschafft. "Als mein Vater mich vor sechs Jahren fragte, ob ich bereit sei, als Nachfolger einzusteigen, waren wir uns zunächst schnell einig", erzählt Frank. Damals hatte er schon drei Jahre als Leiter mehrerer Niederlassungen gearbeitet und war gerade in die Gummersbacher Zentrale zurückgekehrt.

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