Familienunternehmen Gärtner setzt auf die Nische – Heute ist ganzheitliche Objektgestaltung gefordert
Büroeinrichten ist mehr als Möbelverkauf

Der Büroeinrichter Gärtner hat sich bereits Ende der 60er-Jahre auf Dienstleistungen rund ums Produkt Büromöbel spezialisiert und gleichzeitig die Nische im höheren Segment gesucht. Die weitsichtige Strategie hat sich längst ausgezahlt, denn trotz der anhaltenden Konkunkturflaute in der Büroeinrichterbranche kann sich das Unternehmen auf dem Markt behaupten.

HB DÜSSELDORF. Büroeinrichter sind von der Konjunkturflaute besonders hart betroffen. In schwierigen Zeiten schieben Unternehmen den Kauf neuer Schreibtische und Stühle gerne auf die lange Bank. Dieses Verhalten kennt Volker Wessels, Referent für den Schwerpunkt Büroeinrichtung im Bundesverband Bürowirtschaft (BBW) genau. Ein defektes Auto müsse sofort ersetzt, ein abgewetzter Stuhl könne auch noch länger genutzt werden.

Davon sprechen auch die Zahlen. Im ersten Halbjahr büßten die Bürofachhändler 16,4 Prozent ihrer Erlöse ein, ermittelte der Kölner BBW, der dennoch seinen Optimismus nicht verlieren mag und 2004 ein positives Ergebnis erwartet. Das wäre die Wende, denn vor zwei Jahren hatten die Einrichtungshändler mit 2,73 Mrd. Euro 20 Prozent ihres Umsatzes verloren, und 2003 waren es nochmals minus 17 Prozent auf rund 2,27 Mrd. Euro.

Im Bürofachhandel ist deshalb ein Umdenken nötig, findet der BBW: "Wir glauben, dass der reine Produktverkauf nicht die Zukunft sichern kann", so Wessels. Deshalb rät der Verband auf all seinen Informationsveranstaltungen jedem unter den 800 bis 1 200 deutschen Bürofachhändlern, der es hören will, sich auf Lösungsangebote mit "Dienstleistungen rund ums Produkt Büromöbel" zu spezialisieren.

Auf diesen Zug ist der 1923 gegründete Büroeinrichter Gärtner, der sein Geschäft in Hamburg an der Großen Bleichen betreibt, schon Ende der 60er-Jahre aufgesprungen. Komplettlösungen von der Produktlieferung bis zur vollständigen Gestaltung der Büroräume ist Kern seiner Strategie. "Unsere Chance besteht darin, für jeden Einzelfall ein individuelles Konzept zu erarbeiten", erklärt Frank Anger- Lindemann, Geschäftsführer der Gärtner Internationale Möbel für Büro und Wohnen GmbH.

Die weitsichtige Strategie hatte sein Vater Werner Lindemann eingeleitet, der 1953 aus russischer Gefangenschaft heimgekehrt war. 1957 ergriff er die Chance und wurde Kommanditist bei Gärtner, damals noch Fachhändler für Bürobedarf und-accessoires. Ein Jahr später vollzogen Lindemann und Gärtner, der keinen Nachfolger hatte, den Rollentausch: Gärtner wurde Kommanditist und Lindemann geschäftsführender Komplementär.

Bereits Ende der 60er-Jahre suchte Lindemann Senior die Nische im höheren Segment und konzentrierte sich auf Lieferanten wie Vitra, Knoll International oder Thonet - die damaligen Trendsetter bei der Produktentwicklung. Damit legte Lindemann Senior den Grundstein für die gehobene Design-Orientierung des Familienunternehmens mit zuletzt 11 Mill. Euro Umsatz und 35 Mitarbeitern. "Das gehobene Segment hat sich etwas besser behauptet als der übrige Markt", freut sich Anger-Lindemann.

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