Familienunternehmen wartet nur noch auf Zustimmung aus den USA
INA hält mehr als 80 Prozent an FAG Kugelfischer

Der wochenlange Übernahmekampf um die FAG Kugelfischer AG ist zu Ende. Die INA Holding Schaeffler KG habe "deutlich über 80 % der Aktien erworben", teilte das Familienunternehmen am Dienstag mit.

jojo MÜNCHEN. Damit verliert der Traditionskonzern FAG die Unabhängigkeit, und INA kann den zweitgrößten Wälzlagerkonzern der Welt nach der schwedischen SKF schaffen. Dem Zusammenschluss fehlt allerdings noch die Zustimmung der US-Kartellbehörde FTC. Die Amerikaner hatten am Wochenende zusätzliche Informationen der Unternehmen angefordert, nachdem die europäischen Kartellbehörden bereits ihre Zustimmung gegeben hatten.

Ein INA-Sprecher konnte am Dienstag nicht sagen, wie lange die Prüfung dauern werde. Das Verfahren kann die Auszahlung des Kaufpreises an die FAG-Aktionäre um Wochen verzögern. Ursprünglich wollte INA am 29. Oktober zwölf Euro je FAG-Aktie an die Aktionäre ausschütten, die das Kaufangebot angenommen haben. "Wir hoffen, dass wir die Aktionäre so bald wie möglich auszahlen können", betonte ein INA- Sprecher.

Wie viele Aktien genau INA über das öffentliche Kaufangebot angedient wurden, gaben die Herzogenauracher nicht bekannt. An der Börse hat das Unternehmen weit mehr als 30 % der FAG-Anteile erworben. Darüber hinaus kaufte INA-Inhaberin Maria-Elisabeth Schaeffler mindestens 7 % der FAG-Papiere. Die detaillierten Ergebnisse des öffentlichen Kaufangebots sollen in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Durch den Zusammenschluss entsteht ein Konzern mit 52 000 Beschäftigten und 6,5 Mrd. Euro Umsatz. Während FAG ganz auf Wälzlager spezialisiert ist, hat INA mit Luk eine große Sparte, die Kupplungen, Hydraulik- und Getriebesysteme produziert. Die Überschneidungen der Produkte beziffert INA auf unter 10 %. Deshalb sei bei der Prüfung der FTC auch nur mit geringen Auflagen zu rechnen.

Bis Montag voriger Woche hatte sich FAG-Chef Uwe Loos strikt gegen die Übernahme gewehrt. Weil es ihm aber nicht gelang, den Aktionären eine Alternative zu bieten, musste er der Übernahme schließlich zustimmen. Dazu erhöhte INA das ursprüngliche Angebot von elf auf zwölf Euro. Ziel von INA ist es, alle FAG-Aktien zu bekommen und die im MDax notierte Firma von der Börse zu nehmen.

Noch unter eigener Kontrolle gab FAG gestern den Kauf eines Unternehmens mit mehr als 100 Mill. DM Umsatz bekannt. Der Auto-Ersatzteilhändler Egon von Ruville GmbH soll den Automobiltechnik-Bereich von FAG stärken.

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