Fanartikelvermarkter hoffen auf großen Erfolg des Films
Harry Potter könnte zum faulen Zauber werden

Die langersehnte Kinopremiere des Zauberlehrlings Harry Potter sorgt auch für Spannung in so mancher Unternehmenszentrale. Die Gefühle schwanken zwischen Hoffen und Bangen, denn vom Erfolg des Films hängt auch das Weihnachtsgeschäft mit den Fanartikeln ab.

dpa-afx FRANKFURT. Anleger meinen offenbar, einige Vermarkter hätten den "Stein der Weisen" bereits vor dem Filmstart gefunden, und kaufen fleißig deren Aktien. Experten hingegen schließen einen "faulen Zauber" nicht aus.

Die Börsenkurse nahmen den zauberhaften Erfolg weit vorweg: Die Aktien der am Neuen Markt notierten Dino Entertainment AG verdoppelte sich an nur zwei Börsentagen von knapp vier auf zeitweise über neun Euro. Aktienhändler begründen den Kursrausch mit dem Namen Harry Potter: Das Stuttgarter Unternehmen hält Lizenzen für zwölf Fanartikel rund um den charismatischen Magier.

"Wir können derzeit keine Umsatzschätzungen abgeben", sagte Dino-Sprecher Steffen Volkmer. Die Vorsicht ist begründet, denn der erste Ausflug in die Welt des Merchandising ist unternehmensintern unter dem Namen "Pokemon Desaster" bekannt. Das Geschäft mit den kleinen Monstern floppte und brachte neben dem Lernerfolg hohe Abschreibungen. Weil die bereits bezahlten Lizenzen nicht früh genug genutzt werden durften, kamen die Produkte viel zu spät in den Handel. Fast 90 % des Geschäfts musste das Dino-Management abschreiben.

Großverdiener Warner

"Wir haben daraus gelernt", versprach Volkmer. Er setzt jetzt auf das "Geheime Tagebuch", in dem die kleinen Zauberkünstler ihre eigenen Abenteuer samt Zaubersprüchen eintragen können.

"Der Lizenzgeber Warner Bros. hat mit Sicherheit Geld mit dem Merchandising verdient. Ob dies auch für andere Unternehmen gilt, bleibt abzuwarten", sagte Annelie Hoppe, Analystin der WestLB Panmure. Branchenschätzungen zufolge hat die bei Warner zuständige Sparte Consumer Products Lizenzeinnahmen von 1 Milliarde US-Dollar verbucht.

Handel zögert noch

Das Problem für die Lizenznehmer seien die langen Vorlaufzeiten und hohen Investitionen, sagte die Analystin. Die Rechte müssten zu einem Teil schon bei Vertragsabschluss bezahlt werden. "Allein die Lizenzen kosten üblicherweise zwischen 8 und 15 % des Großhandelsumsatzes", sagte Hoppe.

Mit 200 Produkten gehört die Achterbahn AG ("Werner") in Europa zu den ambitioniertesten Lizenznehmern. Auch die Aktie des Familienunterhalters stieg binnen Tagen rasant von 22 bis 29 Euro. Das Geschäft hingegen lief schleppender an als erwartet. Der Handel habe bisher nur sehr zögerlich geordert, verriet Projektleiterin Ines Heinrich der "Lebensmittelzeitung" vor dem Filmstart. Selbst Produkt übergreifende Shop-in-Shop-Konzepte seien in den Handelszentralen auf wenig Gegenliebe gestoßen, klagte Heinrich.

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