Fans gegen ihn
Saez gibt nicht auf

Spaniens Nationalcoach Iñaki Sáez will keine persönlichen Konsequenzen aus dem frühzeitigen Aus seiner Mannschaft in Portugal ziehen. Im Gegenteil: Trotz des Vorwurfs der fachlichen Inkompetenz sieht er eine neue Chance - und die heißt WM 2006.

LAS ROZAS / LISSABON. "Ich muss eine Entscheidung treffen - und die heißt logischerweise weitermachen", betonte der 61-Jährige Saez am Dienstag vor einem großen Medienaufgebot auf dem Trainingsgelände des spanischen Fußball-Verbandes in Las Rozas. Zwei Tage nach dem Vorrunden-Aus des selbst ernannten Titelkandidaten sah und sieht er es als eine bedeutende Aufgabe an, "das Ausscheiden zu überwinden und die Mannschaft auf die WM vorzubereiten".

Spanische Medien hatten indes mit dem Rücktritt des Basken spekuliert und ihn auch heftig gefordert, nachdem die "Seleccion" 40 Jahre nach dem bislang letzten und einzigen EM-Titel in der Gruppe A hinter Gastgeber Portugal und Überraschungsteam Griechenland gescheitert war. Nach einem wenig überzeugenden 1:0 zum Auftakt gegen Russland waren die Spanier gegen Otto Rehhagels Hellenen nicht über ein 1:1 hinausgekommen. Das Aus kam mit dem 0:1 gegen Portugal. In ihrer Dienstag-Ausgabe meinte "Marca": "Er hat keine Option außer zurückzutreten." Ein Nationalcoach werde an Erfolgen gemessen und Spanien habe versagt. "El Pais" nannte die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit als Grund für seinen eigentlich notwendigen Rücktritt und forderte zugleich Verbands-Präsident Angel Villar auf, es dem Coach gleichzutun.

Beide bleiben aber standhaft. Auf die kommenden Aufgaben sei er vorbereitet. "Ich werde mich ihnen stellen", betonte Sáez, dem es wie seinen meisten Vorgängern nicht gelang, aus glänzenden Einzelkönnern ein harmonierendes Team zu formen. Sowohl die Spieler als auch seine Trainerkollegen hätten ihn aber bestärkt, seine Arbeit fortzusetzen. "Sie vertrauen mir immer noch", meinte Sáez, der das Amt vor zwei Jahren nach dem Viertelfinal-Aus bei der WM in Japan und Südkorea vom neuen Real-Madrid-Coach José Antonio Camacho übernommen hatte. Sein Vertrag war kurz vor der EM um zwei Jahre verlängert worden.

Doch auch in der Bevölkerung hat Sáez seinen Kredit verspielt. In einer Umfrage der Sportzeitung "Marca" forderten 87 Prozent seinen Rücktritt. "Ich weiß, dass die Öffentlichkeit enttäuscht ist - es ist nun meine Herausforderung das zu ändern", erklärte Sáez. Schon als Spieler (3 Länderspiele) galt er als kämpferisch. Einen Top-Verein trainierte er bislang zwar noch nicht, dafür feierte Sáez als spanischer Junioren-Coach zwei Europa- und einen Weltmeister-Titel. Vorgeworfen wurden dem Trainer, der in 23 Spielen als Trainer der A- Mannschaft nur zwei Niederlagen hinnehmen musste, taktische Fehler und falsche Personalentscheidungen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%