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'FAS': Großaktionärin greift für Karstadt-Quelle-Sanierung tief in die Tasche

Bei der an diesem Montag in Düsseldorf anstehenden Hauptversammlung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns muss Großaktionärin Madeleine Schickedanz nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" tief in die Tasche greifen.

dpa-afx ESSEN. Bei der an diesem Montag in Düsseldorf anstehenden Hauptversammlung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns muss Großaktionärin Madeleine Schickedanz nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" tief in die Tasche greifen. Von der für die Sanierung des ums Überleben kämpfenden Konzerns dringend benötigten Kapitalerhöhung von 500 Mill. Euro würden "mehr als 210 Mill. Euro" aus dem Mrd.-Vermögen der mit einem Anteil von 41 Prozent an dem Unternehmen beteiligten Quelle- Erbin kommen, berichtete die Zeitung.

Würden die Einundsechzigjährige und ihre Familie nicht mit ihrem Kapital zu Karstadt-Quelle stehen, gäbe es den Konzern wohl bald nicht mehr, schreibt das Blatt. Bereits am Freitag hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass Großaktionäre wie der Pool Madeleine Schickedanz und die Dresdner Bank AG bereits ihre grundsätzliche Bereitschaft erklärt hätten, die Kapitalerhöhung entsprechend ihres Anteils zu zeichnen. Die Kapitalerhöhung, die das drastisch geschrumpfte Eigenkapital von Karstadt-Quelle auffüttern soll, gilt damit als endgültig gesichert.

'DIE Schlechtestes Kapitalerhöhung'

Die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) kritisierte unterdessen die Kapitalerhöhung. "Das ist die schlechtestes Kapitalerhöhung, die ich je erlebt habe", sagte DSW - Geschäftsführerin Jella Benner-Heinacher der Tageszeitung "Die Welt" (Samstag). Die Banken seien die Hauptprofiteure der Kapitalerhöhung. Zur Sanierung des Konzern hätten die Kreditinstitute noch nicht viel beigetragen. Kleinaktionäre sollten sich eine Zeichnung der Kapitalerhöhung sehr genau überlegen.

Die am Freitag erfolgten Unterschrift eines Bankenkonsortiums unter die Kredite von 1,75 Mrd. Euro für den angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzern waren die Voraussetzung für die nun erwartete Zustimmung der Aktionäre zu der geplanten Kapitalerhöhung. "Wir können jetzt daran gehen, auf unserer außerordentlichen Hauptversammlung die notwendige Kapitalerhöhung sicherzustellen", erklärte Konzernchef Christoph Achenbach. Dies sei ein wichtiger weiterer Schritt, um Karstadt-Quelle schnellstmöglichst wieder zu einem profitablen Unternehmen zu machen.

Neben der Verlängerung der Kreditlinien und der Zustimmung der Aktionäre zu der Kapitalerhöhung war die Einigung mit der Belegschaft eine der Schlüsselelemente für die Sanierung des Konzerns. Mit ihrer Zustimmung zu dem geplanten Abbau von 5 500 Stellen und zu Lohneinbußen soll der Sanierungsbeitrag der Belegschaft bei 760 Mill. Euro liegen. Zudem verhandelt Karstadt-Quelle auch noch mit mehreren Geldgebern über eine weitere Finanzierung von rund 500 Mill. Euro als zusätzlichen "Puffer".

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