Fast 100 Varianten des Virus "ILOVEYOU" oder "Loveletter"
Gefahr durch Computerviren in E-Mails nimmt zu

E-Mails als Überträger von Computerviren gewinnen immer mehr an Bedeutung. Der Anteil der so genannten "Würmer", die sich nach dem Schneeballprinzip in Computersystemen selbstständig verbreiten und danach ganze Festplatten blockieren, Dateien versenden oder zerstören, nimmt zu.

ddp MAGDEBURG. Nach Einschätzung des Magdeburger Virenexperten Andreas Marx liegt ihr Anteil bei gegenwärtig 15 bis 20 Prozent. Nach dem Auftauchen von "Melissa" im März 1999 seien solche relativ einfach zu programmierenden Dateien "in Mode gekommen", sagte er der Nachrichtenagentur ddp am Dienstag.

Sie würden meist getarnt verschickt, wie es im Mai vergangenen Jahres bei "ILOVEYOU" geschah. Damals brachen weltweit Mail-Server unter der Masse sich selbst vermehrender elektronischer Briefe regelrecht zusammen. Viren könnten zusammengenommen Schäden von bis zu zehn Milliarden Dollar weltweit anrichten, spekuliert Marx.

Mittlerweile sind fast 100 Varianten des Virus "ILOVEYOU" oder "Loveletter" bekannt, die sich unter anderem durch die Betreffzeile und die Schadfunktion unterscheiden. Verschickte der Ursprungswurm noch Nachrichten unter dem Subjekt "ILOVEYOU", so folgten Varianten unter «fwd: Joke» oder «Susitikim shi vakara kavos puodukui...».

Antivirenentwicklern gelinge es meist in ein bis zwei Stunden, eine wirksame Software zur Abwehr solcher E-Mail-Anhänge zu entwickeln. Doch in solch relativ kurzer Zeit entstehe bereits ein beträchtlicher Schaden, erklärt Marx. Er sieht als wichtige Alternative zur Nutzung der E-Mails als Überträger von Computerviren die Kontrolle der elektronischen Post bereits bei den Internetprovidern. Würden sie mit wirksamer Software bestimmte Viren bereits während der Übertragung herausfiltern, könnten Gefahren rechtzeitig und effektiv gebannt werden. Bislang würden jedoch die Kosten für solche Kontrollsysteme ihre Einführung verhindern. Dabei würde übersehen, dass Viren letztlich weit höhere Schäden verursachten.

Ursache für die monatlich bis zu 500 neuen Computerviren sei oftmals allein der Ehrgeiz ihrer Entwickler. Sie wollten durch solche gefährlichen Programme, von denen gegenwärtig weltweit zwischen 60.000 und 70.000 existieren, zu "Ruhm und Ehre" gelangen. Dem komme zugute, dass sich diese meist sehr einfach herstellen ließen. Der kleinste funktionierende Virus ist nur 22 Bytes groß, typische Würmer etwa 20 bis 30 Kilobyte. Sie könnten auf Dauer nur durch eine ständig aktualisierte Antivirensoftware verhindert werden. Außerdem empfiehlt Marx, generell beim Umgang mit E-Mails Vorsicht walten zu lassen. Es reiche nicht, Post mit unbekannter Herkunft nicht zu öffnen. «Loveletter» und "Melissa" haben sich ja von einer Person aus geschickt, die als vertrauenswürdig galt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%