Fast 200 Tote - Noch viele Personen vermisst
Experten: Anschlag trägt Handschrift der El Kaida

Der Anschlag auf der indonesischen Ferieninsel Bali trägt nach Ansicht von Experten die Handschrift der extremistischen Moslemorganisation El Kaida, die auch für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA verantwortlich gemacht wird. Rund 200 Menschen kamen bei dem Attentat ums Leben, dem schwersten seit dem 11. September.

Reuters JAKARTA. Führende Politiker weltweit forderten einen engen Schulterschluss im Kampf gegen den Terrorismus. Nachbarländer Indonesiens sehen ihre Warnungen bestätigt, dass dort moslemische Extremisten besonders aktiv sind.

Indonesiens Verteidigungsminister Matori Abdul Djalil sagte am Montag, der Anschlag sei ein Hinweis darauf, dass El Kaida in dem Land Fuß gefasst habe. "Ich sehe, das Attentat wurde von Profis ausgeführt", sagte Matori in Jakarta. Er habe im Gegensatz zu anderen keine Bedenken auszusprechen, dass in Indonesien ein Netz der El Kaida existiere. Die Polizei erklärte, sie habe einige Namen in Verbindung mit dem Anschlag, nannte aber keine Einzelheiten.

Forderungen nach Schulterschluss gegen Terrorismus

Uno-Generalsekretär Kofi Annan sagte am Montag in Peking zu den Anschlägen: "Diese tragischen Ereignisse zeigen, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Staaten im Kampf gegen Terrorismus und für die Verteidigung der Menschenrechte, der Freiheit und der Herrschaft des Gesetzes ist." Die Anschläge auf Bali verstießen gegen alle moralischen Standards und seien durch nichts zu rechtfertigen. Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, forderte die internationale Gemeinschaft auf, sie müsse alles tun, um die Ursachen des Terrorismus zu bekämpfen.

US-Präsident George W. Bush mahnte: "Die Welt muss sich dieser globalen Bedrohung stellen." Sein französischer Kollege Jacques Chirac sagte, die Welt stehe vor einer großen Herausforderung, die alle gemeinsam annehmen müssten. Frankreich sei entschlossen, den Kampf aufzunehmen und seine Interessen zu schützen.

Australiens Ministerpräsident John Howard forderte Indonesien auf, alles zu tun, um des Terrorismus' Herr zu werden. Singapur und Malaysia hatten Indonesien vorgeworfen, gegen Verdächtige nicht entschlossen genug vorzugehen. Die indonesische Regierung hatte bislang immer erklärt, sie habe keine Hinweise auf terroristische Aktivität in dem Land.

Der Terrorismus-Experte Rohan Gunaratna, Autor des Buches "Inside Al Qaeda: Global Network of Terror" sagte, El Kaida habe eine starke Präsenz in Südostasien. Kern ihrer Aktivität in Indonesien sei die Gruppe Jemaah Islamiah und deren Führer Abu Bakar Bashir. Diese Gruppe müsse zerstört und vernichtet werden. Auch in deutschen Sicherheitskreisen hieß es, es gebe Hinweise darauf, dass Jemmaah Islamiah hinter den Anschlägen auf Bali stecke. Die Gruppe habe in der Region mehrfach Attentate verübt und verfüge über Kontakte zu El Kaida.

Am Samstagabend waren fast zeitgleich vor zwei Nachtlokalen auf Bali Bomben explodiert. Eine dritte detonierte in der Nähe eines US-Konsulats. Die Mehrzahl der mindestens 183 Todesopfer waren nach amtlichen Angaben Ausländer, darunter 15 Australier, zwei US-Bürger und eine Deutsche. Indonesische Behörden zufolge wurden mindestens 300 Menschen verletzt.

Ein australischer Urlauber, der überlebt hatte, sagte am Flughafen zu Journalisten: "Es war, als sei Krieg ausgebrochen. Da war einfach Angst." In einem Leichenschauhaus von Bali blätterten Angehörige durch Fotos, um Verwandte zu identifizieren.

Zahlreiche Deutsche unter den Vermissten

Zehn Bundesbürger sind nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin unter den Verletzten. Vier von ihnen seien aus dem Krankenhaus bereits entlassen und sechs weitere nach Australien zur Behandlung geflogen worden. Zwölf Deutsche würden noch vermisst. Das Auswärtige Amt warnte vor Reisen nach Bali. Das Bundeskriminalamt (BKA) schickte Experten dorthin, die bei der Identifizierung der Opfer helfen sollen.

Das US-Außenministerium riet von Reisen nach Indonesien ab und forderte alle US-Bürger in Indonesien auf, das Land zu verlassen. Zudem wurden Vorbereitungen für den Abzug aller US-Regierungsbeamten in Indonesien getroffen, die dort nicht unbedingt gebraucht werden.

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