Fast 50 Menschen unter Quarantäne
Sars-Verdacht im Raum Düsseldorf

Nach dem Auftreten eines Sars-Verdachtsfalls sind im Raum Düsseldorf fast 50 Menschen unter Quarantäne gestellt worden. Sie dürfen ihre Wohnungen bis zu zehn Tage lang nicht verlassen, teilte der Kreis Neuss am Dienstag mit. Der Patient, ein in der Nähe von Düsseldorf wohnender Ingenieur, wurde in der Nacht zum Dienstag in das Hamburger Berhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin gebracht.

HB/dpa DÜSSELDORF/GENF. Es war noch nicht ganz klar, ob er wirklich an der Lungenkrankheit leidet. Unterdessen hat die Weltgesundheitsorganisation WHO die gemeldeten Rückgang der Sars- Fälle in China bezweifelt.

Der rund 60 Jahre alte Patient war nach Angaben des Tropeninstituts am 16. Mai von einer Geschäftsreise aus Taiwan zurückgekehrt. Der Kreis Neuss hat den Fall nach eigenen Angaben dem Robert Koch-Institut gemeldet. Es handle sich um einen so genannten "wahrscheinlichen Fall". Das ist die höchste Kategorie in der Sars- Statistik der WHO. Bis Montagabend hatte die WHO zehn solcher Fälle für Deutschland gemeldet.

Familienmitglieder durften den Erkrankten bisher nicht besuchen. "Dem Patienten geht es nicht so schlecht, aber man muss sicher sein, das ist ein sehr gefährliches Virus", sagte der Direktor des Instituts, Bernhard Fleischer. Der Ingenieur hatte Sars-Symptome wie hohes Fieber und Brustschmerzen und später auch eine Lungenentzündung entwickelt. Coronaviren seien bei dem Mann noch nicht nachgewiesen worden, erläuterte Fleischer. Eine Sars-Erkrankung sei aber trotzdem möglich. Mit einem zuverlässigen Ergebnis wird frühestens am Mittwoch gerechnet.

Die Zweifel der WHO am rapiden Rückgang neuer Sars-Meldungen in China beziehen sich vor allem auf die Zahlen aus Peking. "Wir wissen nicht genug darüber, wie die Fälle gezählt werden und wo sie herkommen", sagte WHO-Sprecher Ian Simpson in Genf. Insbesondere der "relativ schnelle Rückgang" von Sars-Meldungen in China sei auf Skepsis gestoßen. "In der Vergangenheit hatten wir 20 bis 30 neue Fälle pro Tag. Das ging auf eine Hand voll zurück."

Weltweit hatte die WHO bis Montagabend 8384 Fälle und 770 Tote gemeldet. 5402 Patienten waren schon wieder aus den Kliniken entlassen worden. Die kanadischen Behörden haben einen weiteren Sars- Todesfall bekannt gegeben. Damit stieg die Zahl der Opfer der gefährlichen Lungenkrankheit in Kanada auf 32.

Derweil mahnte Chinas Regierung trotz des von ihr gemeldeten Rückgangs der Sars-Fälle zu anhaltender Wachsamkeit. Es gelte, einen möglichen Rückfall zu verhindern, sagte Vizegesundheitsminister Gao Qiang in Peking. "Wir haben einen hohen Preis gezahlt, aber wir haben auch viel gelernt", zitierte ihn die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Nachdem China am Vortag keine einzige neue Infektion gemeldet hatte, berichtete Chinas Gesundheitsministerium am Dienstag wieder von drei neuen Erkrankungen. Weltweit ist China mit bislang 5329 Sars-Fällen und 334 Toten am schlimmsten von der neuen Krankheit betroffen.

Nach Angaben chinesischer Wissenschaftler kann das Virus bis zu 15 Tage außerhalb des menschlichen Körpers überleben. Es könne bei einer Temperatur von 24 Grad fünf Tage im Speichel, Schleim oder Kot eines Patienten bestehen. Bis zu zehn Tage bleibe es im Urin und 15 Tage im Blut erhalten. drei Tage lang könne das Virus auf Papier, Holz, Metall, Plastik oder Glas bestehen, berichtete laut Xinhua die Wissenschaftsgruppe des Sars-Krisenstabes. Desinfektionsmittel könnten das Virus aber in wenigen Minuten abtöten.

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