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Fast jedes achte Grundschulkind leidet an Tics

Marburg (dpa) - Fast jedes achte Grundschulkind leidet nach Angaben von Psychiatern an so genannten Tics, bei denen sie unwillkürlich Grimassen schneiden oder merkwürdige Geräusche hervorbringen.

Marburg (dpa) - Fast jedes achte Grundschulkind leidet nach Angaben von Psychiatern an so genannten Tics, bei denen sie unwillkürlich Grimassen schneiden oder merkwürdige Geräusche hervorbringen.

«Sie können nicht verhindern, dass sie permanent mit den Augen blinzeln, mit den Armen zucken, sich in einem fort räuspern oder ohne Unterlass grunzen oder schmatzen», teilte die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie (DGKJP) am Donnerstag in Marburg mit. Bei den meisten der Betroffenen seien die Symptome sie vorübergehend, nur bei einem kleinen Teil blieben sie chronisch.

Motorische Zuckungen machten sich meist mit sechs oder sieben Jahren erstmals bemerkbar, unwillkürliche Lautäußerungen erst einige Jahre später, sagte Prof. Aribert Rothenberger von der DGKJP. Die Tics könnten mehrmals täglich in langen Serien auftreten, aber auch Wochen oder Monate lang plötzlich verschwinden. Die Störung lasse sich gut behandeln. Mit Verhaltenstherapie könnten die Kinder lernen, ihre Tics besser zu kontrollieren; in manchen Fällen seien auch Medikamente - so genannte Neuroleptika - erforderlich.

Bei vielen Kindern mit Tics stellen die Psychiater auch weitere Verhaltensauffälligkeiten fest, wie Rothenberger berichtete. Etwa 50 bis 60 Prozent von ihnen litten am «Zappelphilipp-Syndrom» (Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom). Manche seien niedergeschlagen und ängstlich, könnten schlecht schlafen oder hätten Zwangsstörungen. Weil sich Gleichaltrige nicht vorstellen könnten, dass Tics unwillkürlich auftreten, würden die Kinder häufig gehänselt und ausgegrenzt.

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