Fast nur Kursverlierer im Nemax 50
Schwache US-Vorgaben belasten Neuen Markt

Der Neue Markt hat am Donnerstag seinen Abwärtstrend fortgesetzt, was Händler mit schlechte US-Vorgaben und pessimistische Konjunkturprognosen begründeten. "Gestern hat die Nasdaq im späten Handel drei Prozent schwächer tendiert und ist schon wieder im Minus. Da kann der Neue Markt nicht steigen", sagte ein Händler.

rtr FRANKFURT. Zudem belaste die schwache US-Konjunktur. "Das Beige Book hat die Kurse sinken lassen", hieß es weiter. Dem am Mittwochabend erschienen Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed zufolge ist im Juni und Juli die US-Wirtschaft weiter träge geblieben. Da könnten auch die eigentlich guten Ergebnisse von MobilCom und Aixtron dem Markt keine positiven Impulse mehr geben, sagte ein anderer Händler.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum Nachmittag 2,1 % auf 1175 Punkte nach. Der Auswahlindex Nemax50 rutschte um 2,34 % auf 1124 Zähler. Bereits am Vortag hatte der All-Share-Index 2,5 % und der Auswahlindex 3,6 % eingebüßt. Die Nasdaq eröffnete am Donnerstag 0,56 % leichter bei 1955 Punkten.



Auch gute Zahlen helfen kaum

Von den im Nemax 50 zusammengefassten Blue Chips gab es bis zum frühen Nachmittag mit wenigen Ausnahmen nur Kursverlierer. Dazu gehörte auch Aixtron, der drittschwerste Wert des Segments. Die Papiere verloren bei für den Tag hohen Umsätzen ein Prozent auf 26,3 ?. Die Aktie werde trotz der guten Zahlen vom allgemeinen Marktumfeld belastet, sagten Händler. Am Mittwochabend hatte Aixtron bekannt gegeben, im zweiten Quartal den Konzernüberschuss auf 7,8 (Vorjahreszeitraum 5,2) Mill. ? gesteigert zu haben. Außerdem sei die Gesamtjahresprognose beim Konzernumsatz um vier Mill. ? auf nunmehr 239 Mill. ? angehoben worden.

Die Mobilcom-Aktien büßten 1,4 % auf 15,09 ? ein. Das Telekommunikationsunternehmen hatte am Morgen ebenfalls Zahlen zum ersten Halbjahr vorgelegt. Danach belaufe sich das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) inklusive UMTS-Kosten im ersten Halbjahr 2001 auf minus 31,12 Mill. ? nach plus 65,17 Mill. ? in der Vorjahresperiode. Der Umsatz sei in den ersten sechs Monaten auf 1,4 (1,05) Mrd. ? gestiegen. Analysten hatten mit einem höheren Umsatz, aber auch mit einem deutlich höheren Verlust gerechnet.

Die United Internet AG verlor rund 17 % auf 2,95 ?. Händler führten den Abschlag auf den hinter den Erwartungen liegenden Halbjahresumsatz des Konzerns und die schlechte Entwicklung bei AdLink, einer Mehrheitsbeteiligung von United Internet, zurück. Am Morgen hatte United Internet mitgeteilt, im ersten Halbjahr 2001 den Vorsteuerverlust (Ebt) auf 14,1 (Vorjahreszeitraum minus 20,2) Mill. ? verringert zu haben. Der Umsatz habe sich um 25,2 % auf 114,2 Mill. ? erhöht, blieb damit aber hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Diese hatten im Schnitt mit Erlösen von 120,33 Mill. ? gerechnet.

Consors verlieren deutlich

Die Papiere von Consors präsentierten sich am frühen Nachmittag rund acht Prozent schwächer bei 14,60 ?. Die Direktbank sei vom Gewinneinbruch der Berliner Effektengesellschaft im ersten Halbjahr 2001 belastet worden, sagte ein Marktteilnehmer. Der mehrheitlich zu Consors gehörende Konzern wies in einer Pflichtmitteilung seinen Überschuss für Januar bis Juni mit nur noch 1,03 (Vorjahr 24,07) Mill. ? aus.

Kursgewinne konnte dagegen CPU Software House am breiten Markt verzeichnen, die 26,4 % auf 1,15 ? stiegen. Nach Händlereinschätzung ist der Kurs wegen des am Morgen bekannt gegebenen Aktienrückkaufprogramms zeitweise um mehr als 50 % in die Höhe geschnellt. Nach Firmenangaben können bis zu 817 581 Aktien - rund zehn Prozent des Grundkapitals - in mehreren Tranchen über die Börse zurückgekauft werden.

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