Fast  3000 Waffen sollen eingesammelt werden
Fakten des Nato-Einsatzes "Essential Harvest"

Der Mazedonien-Einsatz der Nato trägt den Namen "Essential Harvest" oder "Wesentliche Ernte." Im Rahmen dieser "Ernte" sollen 3 500 Nato-Soldaten innerhalb von 30 Tagen alle Waffen der albanischen UCK-Rebellen einsammeln, die freiwillig abgegeben werden.

ddp/rtr BRÜSSEL. Die ersten Nato-Soldaten werden innerhalb von 48 Stunden nach Mazedonien verlegt. In weniger als zwei Wochen wird auch der Rest der 3 500 Mann vor Ort ankommen. An der Operation beteiligen sich voraussichtlich 500 Soldaten der Bundeswehr, wenn der Bundestag in der kommenden Woche dafür grünes Licht gibt.

Die Nato hatte vier Bedingungen für eine Entsendung der Soldaten gestellt: die Unterzeichung und Umsetzung eines Friedensabkommens zwischen den Konfliktparteien, eine Einigung mit der mazedonischen Regierung über die Operationsbedingungen für die Nato, eine freiwillige Entwaffnung der UCK-Rebellen und die strikte Einhaltung des vereinbarten Waffenstillstandes.

Am 13. August wurden die politischen Rahmenbedingungen mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens erfüllt. Zwei Tage später einigte sich die Nato mit der mazedonischen Regierung über die Modalitäten des Einsatzes. Die an der "Wesentlichen Ernte" beteiligten Soldaten haben demnach das Recht zur Selbstverteidigung, mazedonische Kräfte sollen die Waffenabgabe überwachen. Zwei Tage darauf stimmte der Nato-Rat der Entsendung einer 400 Mann starken Vorhut zu.

Im Folgenden einige Fakten des Nato-Einsatzes "Essential Harvest":

TEILNEHMERSTAATEN: Großbritannien soll mit rund 1 800 Soldaten den größten Teil des Kontingents stellen. Weitere Truppen sollen von Frankreich, Italien, Griechenland, den USA, Spanien, Türkei, Ungarn, Niederlande, Norwegen und Tschechien gestellt werden. Die Bundeswehr soll sich mit rund 500 Soldaten beteiligen, wenn der Bundestag dem Einsatz zustimmt.

VORAUSSETZUNGEN FÜR DEN EINSATZ: Die mazedonischen und albanischen Parteien haben formell ein Friedensabkommen unterzeichnen. Zudem wurde ein unbefristeter Waffenstillstand vereinbart. Die Rebellen haben zudem einer freiwilligen Abgabe ihrer Waffen zugestimmt.

EINSATZPLAN: Nach der Zustimmung durch die 19 Nato-Staaten will die Allianz innerhalb von 48 Stunden mit der Entsendung der Truppen beginnen, die innerhalb von zehn Tagen, spätestens aber zwei Wochen nach Erteilung des Einsatzbefehls abgeschlossen sein soll. Die Entwaffnung der Rebellen soll innerhalb von 30 Tagen beendet sein. Die Nato-Soldaten werden mit leichten Waffen ausgerüstet und dürfen diese nur zur Selbstverteidigung einsetzen. Im gesamten Land werden Sammellager für die Waffen der Rebellen eingerichtet.

Die Waffen sollen zerstört werden. Nach früheren Schätzungen der Nato müssen zwischen 2 800 und 3 000 Waffen eingesammelt werden. Die Nato hat bereits vor einer Woche die Entsendung eines Vorauskommandos von 400 vorwiegend britischen Soldaten beschlossen, die in Mazedonien das Hauptquartier für die Truppe errichten und Kontakte zu Behörden und Rebellen knüpfen, um einen reibungslosen Beginn der Operation zu ermöglichen.

BEFEHLSHABER: Die Nato-Truppe wird vor Ort vom dänischen Generalmajor Gunnar Lange befehligt. Großbritannien richtet das Brigade-Hauptquartier ein. Den Einsatzbefehl erteilt der Oberkommandierende in Europa, Joseph Ralston. Änderungen des Mandats der Truppe können nur vom Nato-Rat, dem Entscheidungsgremium der Allianz, beschlossen werden. Der Nato-Rat kann auch, wenn nötig, eine Verlängerung des Einsatzes beschließen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%