Fast vier Millionen Passagiere
Lufthansa: weniger Passagiere, mehr Fracht

Die Deutsche Lufthansa konnte im Juli erstmals nach den Terroranschlägen in New York und Washington wieder vier Millionen Passagiere in einem Monat befördern. Das Vorjahresniveau wurde aber deutlich verfehlt.

Reuters FRANKFURT. Die Deutsche Lufthansa hat im Juli deutlich weniger Passagiere befördert als noch ein Jahr zuvor.

Die Zahl der Passagiere sei im Juli konjunkturbedingt um 9,3 Prozent auf 3,978 Millionen gesunken, teilte der Konzern am Freitag mit. Vor allem für innerdeutsche Flüge seien weniger Tickets verkauft worden. Das Frachtaufkommen, das als Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung gilt, sei dagegen um 1,5 Prozent auf 137 000 Tonnen gestiegen. Die Auslastung, ausgedrückt im Sitzladefaktor, habe sich leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 75,9 Prozent erhöht.

Nordatlantikrouten wieder beliebter

Das Passagieraufkommen auf den Nordatlantikrouten erhole sich zusehends, teilte die Lufthansa mit. Hier sei der Passagierrückgang mit 8,1 Prozent erstmals seit den Anschlägen vom 11. September 2001 einstellig ausgefallen. Wegen des Kaschmir-Konflikts und der Verteuerung des Yen seien die Passagierzahlen in Richtung Asien und Pazifik leicht um 0,7 Prozent gesunken. Im gesamten Konzern gingen die verkauften Sitzkilometer den Angaben zufolge um 6,5 Prozent zurück. Im Juni waren die Passagierzahlen bei der Lufthansa gegenüber dem Vorjahresmonat um 6,6 Prozent auf rund 3,9 Millionen gesunken. Das Frachtaufkommen dagegen stieg um 0,7 Prozent auf 137 000 Tonnen. Die Auslastung verbesserte sich um 3,4 Prozentpunkte auf 71,8 Prozent.

Kartellamt genehmigt Zukauf von Midland-Anteilen

Das Bundeskartellamt genehmigte unterdessen Pläne der Lufthansa, ihren Anteil an der zweitgrößten britischen Fluglinie British Midland um zehn auf 30 Prozent aufzustocken. Es gebe keine Bedenken, dass eine Übernahme der Anteile zu einer marktbeherrschenden Stellung führen könnten, sagte ein Sprecher des Amtes. Die Lufthansa hatte 2000 einen 20-prozentigen Anteil an BMI erworben. Zugleich sicherte sich BMI-Chef Michael Bishop damals eine Put-Option, die 2002 fällig wird und nach der er zehn Prozent der BMI-Anteile an die Lufthansa verkaufen kann. BMI ist wie die Lufthansa Mitglied der Star Alliance. Über die Beteiligung an BMI hat der deutsche Konzern ein Standbein im britischen Markt, der von British Airways dominiert wird.

Neue Billigfluglinie heißt Eurowings

Neuigkeiten gab es am Freitag auch von der Regionalfluggesellschaft Eurowings, an der die Lufthansa ebenfalls beteiligt ist. Die neue Billigfluglinie von Eurowings solle den Namen German Wings tragen, berichtete das "Handelsblatt". Über den Einstieg in den Billigsektor will der Eurowings-Aufsichtsrat in der kommenden Woche entscheiden, Branchenkreise halten die Zustimmung des Gremiums jedoch für sicher.

Das Touristik-Magazin "FVW International" berichtete zudem, die neue Billigfluglinie wolle ab Ende Oktober für Preise zwischen zehn und 20 Euro pro Strecke nach London, Paris, Zürich, Madrid, Barcelona, Rom, Mailand, Mallorca und Malaga fliegen. Eurowings wollte sich zu beiden Berichten nicht äußern.

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