Fatah-Jugend soll daran gehindert werden, auf den Jerusalemer Vorort Gilo zu schießen
Israels Armee will arabische Kleinstadt abriegeln

Die Unruhen im Nahen Osten reißen nicht ab: Jetzt hat die israelische Armee beschlossen, die arabische Kleinstadt Beit Dschallah im Westjordanland total abzuriegeln.

dpa JERUSALEM. Angesichts heftiger Kämpfe am südlichen Stadtrand Jerusalems hat die israelische Armee nach Rundfunkberichten beschlossen, die arabische Kleinstadt Beit Dschallah im Westjordanland total abzuriegeln. Generalstabschef Schaul Mofas sagte am Montag, damit wolle man bewaffnete Mitglieder der palästinensischen Fatah-Jugend daran hindern, von dem Dorf aus weiter auf den Jerusalemer Vorort Gilo zu schießen. Am späten Sonntagabend hatte die israelische Armee das Dorf erstmals auch mit Panzern und Kampfhubschraubern beschossen. Sie reagierte damit auf den seit Tagen andauernden Beschuss von Wohnhäusern in Gilo.

Mofas riet den jüdischen Einwohnern Gilos, ihre Häuser zu verlassen, falls militante Palästinenser sie erneut beschießen sollten. Die israelische Armee werde dann "in aller Härte" reagieren, warnte der Generalstabschef. Der Angriff auf Beit Dschallah mit Panzern und Hubschraubern am Vorabend sei nur ein "Vorgeschmack darauf, was zu erwarten ist, wenn die Palästinenser kein geregeltes Leben auf der anderen Seite ermöglichen", sagte Mofas.

Beit Dschallah untersteht alleiniger palästinensischer Kontrolle und grenzt an die Autonomiestadt Bethlehem. Eine vollständige Einkesselung der Kleinstadt würde daher eine Verletzung der palästinensischen Autonomie bedeuten.

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