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Fatmir Vatas Flehen gegen Rostock nicht erhört

Fatmir Vata wähnte sich und Arminia Bielefeld als Opfer einer Schiedsrichter-Verschwörung. Auf Knien flehte der albanische Fußball-Profi Peter Sippel an, doch endlich auf den Elfmeterpunkt zu zeigen.

dpa BIELEFELD. Fatmir Vata wähnte sich und Arminia Bielefeld als Opfer einer Schiedsrichter-Verschwörung. Auf Knien flehte der albanische Fußball-Profi Peter Sippel an, doch endlich auf den Elfmeterpunkt zu zeigen.

"Das war ein tausendprozentiges Foul. Wenn er den nicht gibt, muss ich aufhören, Fußball zu spielen", redete sich Vata noch eine Stunde nach dem 1:1 (0:0) gegen Hansa Rostock in Rage. Doch Sippel, der Unparteiische aus München, ließ den in letzter Minute von Rostocks Ronald Maul vermeintlich gefoulten Vata bitten und betteln: Er gab keinen Strafstoß. Vor 21 337 Zuschauern in der Bielefelder Schücoarena blieb es beim Remis.

Einmal verbal in Fahrt, war der 33-jährige Vata kaum zu stoppen. Auch an seinem Mitspieler Delron Buckley hatte er ein elfmeterwürdiges Foul gesehen, an sich selbst kurz vor dem Halbzeitpfiff eine ebenfalls nicht geahndete Tätlichkeit seines Kontrahenten Maul. Dessen von Vata monierten Griff in den Unterleib des albanischen Angreifers bekamen Sippel und seine Assistenten nicht mit, Vata berief sich später auf heftige Schmerzen. Maul, der frühere Bielefelder, gestand nur ein, den quirligen Vata im Bereich des Brustkorbs angefasst und leicht am Hinterteil berührt zu haben.

Die Erregung bei den Bielefeldern war groß, Finanz-Geschäftsführer Roland Kentsch fühlte den Bundesliga-Rekordaufsteiger verschaukelt: "Unglaublich, einfach unglaublich." Auch Trainer Uwe Rapolder ging nach den Toren durch den Rostocker Antonio di Salvo (52. Minute) und Bielefelds designierten Nationalspieler Patrick Owomeyela (64.) zunächst auf den Schiedsrichter los: "Ich habe mich sehr ereifert." Doch nach dem Studium der Fernsehbilder leistete Rapolder Abbitte: "Ich bin in die Schiedsrichterkabine und habe mich entschuldigt, weil Sippel mit seiner Entscheidung richtig lag."

Am Ende waren eigentlich alle zufrieden. Rapolder zog nach dem letzten Heimspiel des Jahres eine positive Bilanz: "Wir haben noch den Ausgleich gemacht und danach mit richtig gutem Fußball richtig gute Chancen heraus gespielt." 20 Punkte hatte er nach dem Aufstieg bis zum 16. Spieltag erhofft, 24 sind es geworden: "Unser Ziel ist aber nach wie vor der Klassenverbleib."

Jörg Berger, dessen Team im achten Auswärtsspiel zum sechsten Mal ungeschlagen blieb, atmete tief durch: "Das Positivste ist, dass wir nicht mehr Letzter sind." Der "Feuerwehrmann" glaubt noch an die Hansa-Rettung, "weil ich bei keiner meiner Stationen die ersten drei Spiele gewonnen habe". Positiv denken will er, trotz der verheerenden Heimbilanz von acht Niederlagen in acht Partien: "Aber ich bin froh, dass die Winterpause kommt, weil meine Spieler dann abschalten können." Den restlichen Saisonverlauf bezeichnete der 60-Jährige trotz aller Zuversicht als "ganz, ganz schwierige Aufgabe".

Für Bielefelds Torschützen Owomeyela war es "der helle Wahnsinn". In vollen Zügen genoss der 25-Jährige seinen Kopfballtreffer zum 1:1 und bestätigte zwei Tage nach seiner erstmaligen Berufung in die deutsche Nationalmannschaft mit einer glänzenden Vorstellung Jürgen Klinsmanns Vertrauen: "Es ist einfach wirklich super."

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