Favorit auf Goldmedaille
Hambüchen begeistert Olympia-Helfer

Turner Fabian Hambüchen hat bei seinem öffentlichen Training in Peking mit seiner Flugshow am Reck selbst die chinesischen Olympia-Helfer begeistert.

Um exakt 20.59 Uhr Ortszeit war es vorbei mit der asiatischen Zurückhaltung. Selbst die sonst so disziplinierten chinesischen Olympia-Helfer klatschten Beifall, als Fabian Hambüchen seine Flugshow am Reck beendet hatte. Beim ersten und gleichzeitig einzigen öffentlichen Training vor dem Olympia-Auftakt am Samstag (20.00 Uhr/14.00 Uhr Mesz) bewies der Welt- und Europameister, dass am Königsgerät der Weg zur Goldmedaille nur über ihn führt.

Daran konnte auch nichts ändern, dass die Landung des 20-Jährigen von der TSG Niedergirmes nicht perfekt gelang - Angriffsfläche für die Kampfrichter bei der Suche nach Abzügen. "Ich konnte endlich Gas geben. Die Übung war trotzdem 7,1 Punkte wert, das ist eine gute Vorgabe für die Qualifikation", sagte Hambüchen, der beim Erreichen des Reckfinals den Juroren eine Kür mit einem Ausgangswert von bislang konkurrenzlosen 7,3 Zählern anbieten will.

Vater Hambüchen mit Mundschutz

Nichts soll Deutschlands "Sportler des Jahres" vom Erfolgsweg abbringen, deshalb betrat der immer wieder hustende und niesende Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen sogar mit einem Mundschutz das Podium, um seinen Sohn ja nicht anzustecken. "Bei einer Dopingprobe wäre Hambüchen senior garantiert auffällig", scherzte Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes (DTB), der seine Riege sportlich "voll im Plan" sah.

Im 17 000 Zuschauer fassenden, aber noch weitgehend leeren National Indoor Stadium von Peking stockte Chefcoach Andreas Hirsch allerdings kurz der Atem, als sein Topathlet am Boden am Ende der letzten Sprungbahn zu Fall kam, sich aber schnell wieder aufrappelte. Am Ende des Durchgangs wiederholte Hambüchen diese Sequenz - diesmal sturzfrei. Auch am eher ungeliebten Seitpferd zeigte er Biss und eine wahre Kampfkür: "Es war nicht perfekt, aber besser als an den Vortagen."

Komplette Mannschaft in guter Form

Auch seine Teamkollegen bewiesen, dass sie im Sog ihres Vorturners gute Aussichten haben, das Mannschafts-Finale in der kommenden Woche zu erreichen. Sportdirektor Willam reagierte mit einem breiten Grinsen auf die guten Vorstellungen der beiden Cottbuser Robert Juckel und Philip Boy, Eugen Spiridonov aus Bous, dem Unterhachinger Marcel Nguyen und Thomas Andergassen (Stuttgart).

Hambüchen und Co. machten auch Bundestrainer Andreas Hirsch 48 Stunden vor dem Olympia-Auftakt froh. "Das war ein ordentlicher Durchgang. Besonders erfreulich dabei, dass wir komplett verletzungsfrei herausgekommen sind", sagte der Chefcoach. Der Berliner hat mittlerweile auch die letzte Personalentscheidung gefällt: Neben Hambüchen wird der deutsche Vize-Meister Boy in der chinesischen Hauptstadt einen kompletten Mehrkampf bestreiten.

© SID

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