Favoriten der HSBC-Analysten heißen Senator, Constantin, Viva und RTV
Wieder Hoffnung für Medienwerte

Der Medienbereich sollte nach Einschätzung von Analysten seinen Tiefpunkt durchschritten haben. Mit den Zahlen zum dritten Quartal werde sich voraussichtlich zeigen, ob es noch wesentliche Einschnitte geben werde, oder nicht, heißt es in einer am Freitag vorgelegten Branchen-Studie von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Reuters DÜSSELDORF. Die Phase der Konsolidierung sei allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen, da in einzelnen Subsektoren nur zaghafte Ansätze zu einer Konsolidierung zu sehen seien. Generell würden aber im ersten Halbjahr 2002 voraussichtlich die ersten positiven Ergebnisse der Restrukturierung in der Berichterstattung der Unternehmen festzustellen sein.

Die Analysten erwarteten, dass 46 % der deutschen börsennotierten Medienfirmen ihre Jahreszahlen erreichen werden. 31 % hätten allerdings in den letzten Monaten eine Gewinnwarnung herausgegeben, während sich 15 % mitten oder am Ende einer Restrukturierungsphase befänden. Die restlichen acht Prozent werden den Erwartungen der Experten zufolge vom Neuen Markt in den Geregelten Markt wechseln.

Wie die Analysten weiter mitteilten, bevorzugen sie unverändert Produktionsgesellschaften sowie TV-Sender, die über die Fähigkeit verfügten, Inhalt, Marke und Vertrieb optimal auf die neuen Bedingungen abzustimmen. Von Seiten des deutschen Werbemarktes seien im laufenden Jahr keine positiven Impulse mehr zu erwarten. Bei einem angenommenen Wachstum des Bruttoinlandsproduktes zwischen 0,7 und 0,8 % rechnen die Analysten mit einem Rückgang der Netto-Werbeumsätze von 5,95 %. Dabei sollte jedoch das Vorjahr 2000 als Ausnahmejahr berücksichtigt werden. Im Verlauf des Jahres 2002 rechnen die Analysten aber mit einer Konjunkturerholung in Deutschland.

Langfristig sollte es nach Einschätzung der Experten im deutschen TV-Markt zu einer Neuordnung kommen. Der Verkauf ds deutschen TV-Kabelnetzes an ausländische Investoren, die Verschmelzung von ProSiebenSat.1 auf Kirch Media sowie die Gründung des Joint Ventures von Viva und AOL Time Warner seien nur einige Indizien für das sich schnell verändernde Wettbewerbsumfeld in Deutschland. Entscheidend sei nun, ob sich die konjunkturelle Erholung im ersten oder zweiten Halbjahr 2002 durchsetzen werde. Zudem sei zum heutigen Zeitpunkt schwer abzuschätzen, inwiefern der deutsche Medienmarkt den etablierten TV-Sendern in Bezug auf den Kabel-TV-Markt einen umfassenden Schutz ihrer gegenwärtigen Marktposition sichern könne.

Die Favoriten der HSBC-Analysten am Neuen Markt seien Senator Entertainment, Constantin Film und Viva Media, die sie mit "Kaufen" empfehlen sowie RTV Family Entertainment, die sie mit "Aufstocken" bewerten. Als weniger attraktiv würde augenblicklich noch EM.TV , die die Analysten mit "Verkaufen" eingestuft haben, angesehen.

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