Archiv
Favoriten-Fehlstarts auf Weg zur WM - Griechen blamiert

Nach der Blamage für Europameister Griechenland und der Ernüchterung für den ehemaligen Titelträger Frankreich und England steht den Favoriten eine beschwerliche Qualifikation auf dem Weg zur Fußball-WM 2006 bevor.

dpa DÜSSELDORF. Nach der Blamage für Europameister Griechenland und der Ernüchterung für den ehemaligen Titelträger Frankreich und England steht den Favoriten eine beschwerliche Qualifikation auf dem Weg zur Fußball-WM 2006 bevor.

"Jetzt müssen wir die Niederlage gegen die Türkei wieder ausbügeln", sagte Otto Rehhagel nach dem 1:2 in Tirana im deutschen Trainerduell mit Hans-Peter Briegel gegen Albanien. Auch die Franzosen mussten sich im Jahr eins nach Zinedine Zidane mit einem enttäuschenden 0:0 gegen Außenseiter Israel begnügen. "Wir sind noch in der Phase der Findung", meinte der neue Trainer Raymond Domenech. England gab beim 2:2 in Österreich sogar eine 2:0-Führung noch aus der Hand.

Vor 20 000 begeisterten Albanern in Tirana wurde der EM-Champion gleich im ersten Pflichtspiel nach den Titelkämpfen auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Treffer von Edvin Murtai und des Oberhauseners Adrian Aliaj sorgten für die erste Sensation in der Qualifikationsgruppe 2, in der auch Dänemark beim 1:1 gegen die Ukraine und die Türkei beim 1:1 gegen Georgien überraschende Punktverluste hinnehmen mussten.

Die neu formierte französische Auswahl enttäuschte nach den Rücktritten von Zidane, Marcel Desailly, Lilian Thuram und Bixente Lizarazu im Pariser Stade de France gegen die Israelis. Trainer Domenech schlug dennoch moderate Töne an. "Die Spieler wollten beweisen, dass es aufwärts geht. Je mehr Partien wir bestreiten, desto besser wird es", meinte der neue Coach. Die Fans hingegen forderten ihren Liebling zurück. "Zizou, wir vermissen dich", stand auf Spruchbändern. Tabellenführer in der Gruppe vier ist die Schweiz durch einen 6:0-Erfolg gegen die Färöer Inseln. Johan Vonlanthen und Alexandre Frei teilten sich die Treffer.

Ein kapitaler Schnitzer von Torhüter David James ermöglichte Österreich im Heimspiel gegen England nach einem 0:2-Rückstand durch die Treffer von Frank Lampard und Steven Gerrard noch den 2:2- Ausgleich durch Andreas Ivanschitz. Zuvor hatte Roland Kollmann den Anschlusstreffer erzielt. "So etwas passiert im Fußball. Aber James hat uns schon viele Spiele gerettet, so ist es kein Problem", sagte Englands Trainer Sven-Göran Eriksson. Österreichs Trainer Hans Krankl war zufrieden mit der Leistung seines Teams. "Wir hätten sogar gewinnen können", meinte Krankl. Nach der Partie in Wien kam es zu Schlägereien zwischen rivalisierenden Fangruppen. Neun Festnahmen und einige Verletzte bilanzierte die österreichische Polizei.

Den höchsten Tagessieg landete EM-Viertelfinalist Schweden. Das Drei-Kronen-Team siegte auf Malta mit 7:0. Der zu Juventus Turin gewechselte Zlatan Ibrahimovic avancierte dabei mit vier Toren zum Matchwinner. Ebenfalls einen Auftaktsieg in der Gruppe acht feierte Bulgarien mit dem 3:1 auf Island. Leverkusens Mittelstürmer Dimitar Berbatow erzielte dabei zwei Treffer. Die von Lothar Matthäus betreuten Ungarn waren bei der 0:3-Niederlage in Kroatien chancenlos. Dado Prso und Ivan Klasnic von Werder Bremen sowie ein Eigentor besiegelten die Niederlage der Ungarn. "Noch ist nichts verloren, aber man sieht, dass sich in unserer Gruppe schon die Favoriten durchgesetzt haben", befand Matthäus.

In Palermo hat Italien unter dem neuen Coach Marcello Lippi beim 2:1-Sieg über Norwegen einen erfolgreichen Neuanfang gestartet. Daniele de Rossi und Luca Toni trafen für die Azzurri. "Ich bin sehr glücklich, lasst uns diesen Sieg genießen", sagte Lippi nach dem Auftaktspiel in der Gruppe 5, in der am 8. September die von Berti Vogts betreute schottische Mannschaft eingreift. Medienberichten zu Folge droht Vogts bei einem Misserfolg im Spiel gegen die mit 3:0 gegen Moldawien an die Tabellenspitze gestürmten Slowenen die Entlassung.

Georgi Jarzew hat bereits die Konsequenzen aus dem verpatzten Qualifikationsauftritt gezogen: Der russische Trainer ist nach dem 1:1 gegen die Slowakei zurückgetreten. EM-Gastgeber Portugal hingegen ist in der Gruppe drei besser gestartet: Cristiano Ronaldo und Pedro Pauleta trafen zum 2:0-Erfolg in Lettland.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%