Favoritensterben wirft alle Prognosen über den Haufen
Dumm getippt

Bei den obligatorischen WM-Wetten und-Tipps kann dieses Jahr wieder mal nur gewinnen, wer "Bild der Frau" gelesen hat.

Das kann doch alles gar nicht wahr sein. Stundenlang beschäftigt man sich für das Ausfüllen der diversen WM-Tipprundenformulare mit den einschlägigen Fachmagazinen. Studiert akribisch die Formkurven einzelner Teams, rechnet die jeweiligen Siegchancen anhand historischer Tabellen der vergangenen 25 Jahre aus, liest die Tipps der Auguren. Die Quintessenz war immer dasselbe: Frankreich und Argentinien sind die klaren Favoriten, der Rest nur fürs Auffüllen der Startplätze gut. Da gibt es überhaupt kein Vertun. Tja, dumm gelaufen, besser gesagt, dumm getippt. Erfahrung gewonnen, Geld verloren.

Denn bei dieser WM ist alles anders. Da kommen fast ausschließlich die kleinen Underdogs weiter: Senegal, Dänemark, Irland, Schweden, Deutschland.

Dass die Fußballwelt zusammengerückt ist beziehungsweise es "keine leichten Gegner mehr gibt", war ja allgemein bekannt. Aber dass sie gleich komplett auf den Kopf gestellt wird?

Der ehemalige Erfolgstrainer und Hobby-Sprücheklopfer Max Merkel hatte einmal auf die Frage, ob er Toto spiele, also auf die Bundesliga-Ergebnisse Geld verwette, gesagt: "Nein, dafür verstehe ich viel zu viel vom Fußball". Quod erat demonstrandum. Vor der nächsten WM kauf ich mir "Bild der Frau" und nicht den "Kicker".

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