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FBI folgt der Spur der Milzbrandbriefe

Mehr als zwei Wochen nach dem Tod des ersten Milzbrandopfers folgen die US-Ermittler der Spur der Briefe mit dem Erreger. Im Mittelpunkt des Interesses steht dabei das Postamt in der Stadt Trenton im Bundesstaat New Jersey, wo mindestens zwei der Briefe abgeschickt wurden.

dpa WASHINGTON. Nach der Erkrankung einer Briefträgerin in Trenton vermuten die Ermittler, dass die Briefe entlang ihrer Route aufgegeben wurden. Bis Freitag sind sechs Menschen in den USA an Milzbrand erkrankt, einer von ihnen ist gestorben.

Am Donnerstag war bekannt geworden, dass eine Postangestellte in Trenton an der Hautform von Milzbrand erkrankte. Wie alle anderen Infizierten wird sie mit Antibiotika behandelt und wird nach Angaben der Behörden wieder vollständig genesen. Dass sie sich ansteckte, hilft den Ermittlern bei der Eingrenzung des Fahndungsgebietes.

FBI-Beamte gingen am Freitag die Route der Briefträgerin nach und befragten Anwohner. "Das verengt die Spur deutlich", zitierte die "Washington Post" am Freitag einen FBI-Beamten. Um den Tätern schneller auf die Spur zu kommen, hat die Regierung am Donnerstag eine Belohnung von bis zu einer Million $ (2,16 Mill. Mark/1,11 Mill. Euro) für Hinweise zur Ergreifung der Anthrax- Absender ausgesetzt.

Das FBI konnte inzwischen mehrere Verbindungen herstellen. So wurden die Anthrax-Briefe an den NBC-Fernsehmoderator Tom Brokaw und an den demokratischen Senator Tom Daschle in Trenton aufgegeben. Zugleich gehen einige Ermittler nach Informationen des Nachrichtensenders CNN davon aus, dass die Erreger, die nach New York, Washington und Florida geschickt wurden, alle von derselben Quelle stammten. Justizminister John Ashcroft zeigte sich mit den Fortschritten der Ermittlung zufrieden. "Wir haben jetzt deutlich mehr Informationen als zu Beginn der Untersuchung", sagte der Minister.

In Washington durchkämmten und reinigten Spezialtrupps am Freitag weiter das Kongressgebäude, nachdem bei 30 Mitarbeitern Anthraxsporen nachgewiesen worden waren. Die meisten arbeiten im Büro des Senatsführers Daschle, wo ein Anthrax-Brief eingegangen war. Das US- Abgeordnetenhaus blieb am Freitag weiter geschlossen.

Bis Freitagmorgen (Ortszeit) hatten sich landesweit sechs Menschen mit Anthrax infiziert, die meisten von ihnen haben mit Medien zu tun. Es handelt sich um eine Mitarbeiterin des NBC-Moderators Tom Brokaw, eine Assistentin von CBS-Starmoderator Dan Rather, das Baby einer Mitarbeiterin des TV-Senders ABC, die Briefträgerin in Trenton und einen Mitarbeiter eines Verlagshauses in Florida, wo der erste Brief eingegangen war. Ein Fotograf für ein Sensationsblatt dieses Hauses war an der Lungenform der Krankheit gestorben.

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