FBI hat noch keine konkreten Erkenntnisse
Herkunft der Milzbranderreger in den USA weiter unbekannt

US-Wissenschaftler suchen weiter nach der Herkunft des Milzbrand-Erregers, von dem bislang zwei Menschen in Florida befallen wurden. FBI-Sprecherin Judy Orihuela sagte am Dienstag in Boca Raton (Florida): "Wir suchen immer noch nach der Quelle." Auch die zuständigen Gesundheitsbehörden erklärten, sie hätten bislang nicht feststellen können, ob es sich um natürliche oder um gezielt hergestellte Milzbrand-Erreger handele.

Reuters BOCA RATON. Milzbrand-Erreger können als biologische Waffe (B-Waffe) eingesetzt werden. Am Montag und Dienstag seien allein 850 Mitarbeiter des Verlags American Media Inc (AMI) sowie deren Kontaktpersonen untersucht worden. Bislang habe es keinen positiven Befund gegeben.

Nach den zwei in Florida nachgewiesenen Fällen, ein AMI-Fotojournalist war am Freitag an Milzbrand gestorben, während der zweite bei einer Poststelle arbeitende Mann im Krankenhaus behandelt wird, waren Befürchtungen geäußert worden, es habe nach den Anschlägen mit entführten Flugzeugen am 11. September nun einen Anschlag mit biologischen Waffen gegeben. Der moslemische Extremis Osama bin Laden wird hinter den September-Anschlägen vermutet. Das AMI-Gebäude wurde gesperrt.

FBI-Sprecherin Orihuela sagte: "Wir haben derzeit wirklich nichts konkretes." Auch ob es sich um eine kriminelle Tat handele, könne nicht gesagt werden. Für die Gesundheitsbehörden erklärte der für die Region zuständige Direktor Jean Malecki: "Wir schließen keine Möglichkeit aus." Dies gelte auch für einen terroristischen Anschlag. Die vorgenommenen Tests bei den AMI-Mitarbeitern und deren Kontaktpersonen werden vom Zentrum für Krankheitskontrolle und Vorsorge (CDC) ausgewertet. Bislang habe es keine neue Fälle gegeben, die Auswertung der Proben nehme aber einige Zeit in Anspruch. US-Präsident George W. Bush sagte in Washington, scheinbar handele es sich um einen isolierten Fall.

Nach Bekanntwerden des zweiten Milzbrand-Falles hatte US-Justizminister John Ashcroft gesagt: "Offen gesagt, wir können derzeit nicht schlüssig feststellen, ob es sich um einen Anschlag handelt oder um ein natürliches Auftreten." Die Krankheit ist sehr selten; in den USA trat sie zuletzt 1976 auf.

Milzbrand-Erreger gelten als Klassiker der B-Waffen, weil sie sich relativ einfach isolieren, lagern und auch nach Jahrzehnten noch einsetzen lassen. Einen weltweit zugelassenen Impfstoff gegen die tödliche Krankheit gibt es nicht. Die USA haben zwar einen Impfstoff entwickelt, er soll jedoch starke Nebenwirkungen haben und kommt bislang nur zur Immunisierung von Soldaten zum Einsatz. Geheilt werden kann Milzbrand im frühen Stadium durch Antibiotika. Mensch zu Mensch ist die Krankheit kaum ansteckend, sie kann aber von Tieren auf Menschen übertragen werden.

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