FBI nimmt ersten Verdächtigen fest
Bush berät in Camp David über Vergeltungsmaßnahmen

Nach der Zustimmung des US-Kongresses berät Präsident George W. Bush mit dem Nationalen Sicherheitsrat über eine militärische Vergeltung für die Terroranschläge. An dem Krisengespräch in Camp David am Samstag sollte nach Angaben des Weißen Hauses auch Vizepräsident Dick Cheney teilnehmen.

afp NEW YORK/WASHINGTON. Zuvor hatte nach dem Senat auch das Repräsentantenhaus Bush freie Hand für eine umfassende Militäroffensive gegeben. Die US-Bundespolizei FBI nahm einen ersten Verdächtigen fest, der an den Anschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington beteiligt gewesen sein soll. Russland signalisierte seine ausdrückliche Unterstützung für alle Angriffe gegen Afghanistan.

Die Beratungen in Camp David im Bundesstaat Maryland sollten das gesamte Wochenende dauern, wie Präsidentensprecherin Claire Buchan mitteilte. Bush war am Freitagabend unmittelbar nach seinem ersten Besuch an der Unglücksstelle in New York an den Sommersitz des Präsidenten weitergereist, wo sich Cheney aus Sicherheitsgründen bereits seit Donnerstag aufhält.

Das Repräsentantenhaus ermächtigte Bush am Freitagabend mit überwältigender Mehrheit zu einer militärischen Antwort auf die Terroranschläge. 420 Abgeordnete stimmten dafür, nur einer dagegen. Der Senat hatte zuvor einstimmig grünes Licht für die Anwendung "aller notwendigen angemessenen Gewalt" gegen die Terroristen und ihre Unterstützer gegeben. Bush ordnete daraufhin die Einberufung von 50 000 Armeereservisten an.

Taliban bestätigen: Bin Laden noch in Afghanistan

Russland signalisierte seine ausdrückliche Unterstützung für alle Angriffe gegen Afghanistan. Dem Treiben von Terroristen dürfe dort nicht tatenlos zugesehen werden, sagte der russische Außenminister Igor Iwanow. "Das Böse muss bestraft werden", sagte auch Präsident Wladimir Putin. Er mahnte die USA aber zur Besonnenheit. US-Außenminister Colin Powell erklärte, "rohe Gewalt" sei nicht die einzig mögliche Antwort auf den Terrorismus. Auch "diplomatische, politische, rechtliche und finanzielle Bemühungen" könnten sich gegen "diese Art von Feind" als wirksam erweisen, betonte er. Bei Vergeltungsangriffen würden die USA aber alle zur Verfügung stehenden Mittel und Waffen einsetzen, um diesen "Krieg zu gewinnen".

Ein Taliban-Vertreter in Dubai bestätigte, dass sich der Moslemextremist Osama Bin Laden immer noch in Afghanistan versteckt halte. Die USA sehen in Bin Laden den Drahtzieher der Terrorakte. Die international geächtete Taliban-Regierung drohte laut der Nachrichtenagentur AIP allen Nachbarstaaten mit Vergeltung, die die USA bei möglichen Angriffen unterstützen.

Verdächtiger in New York festgenommen

In New York ging den US-Ermittlern der erste Verdächtige ins Netz, der an den Anschlägen beteiligt gewesen sein soll. Seine Identität wollte das FBI vorerst nicht preisgeben. Die Bundespolizei hatte zuvor eine Liste mit den Namen von 19 Hauptverdächtigen veröffentlicht, die die vier bei den Anschlägen eingesetzten Flugzeuge gekapert haben sollen. Fluggesellschaften wurde eine Liste mit weiteren 52 Personen zur Verfügung gestellt, die Mittelsmänner der Täter sein sollen. Ein ranghoher Vertreter des US-Verteidigungsministeriums räumte ein, zwei der mutmaßlichen Flugzeugentführer seien an amerikanischen Militärschulen ausgebildet worden. Einer der Männer habe einen Sprachkurs an der Militärschule der Luftwaffenbasis Lackland im Bundesstaat Texas besucht, der zweite habe an technischen Lehrgängen an der Luftwaffenbasis Maxwell in Alabama teilgenommen. Flugunterricht habe jedoch keiner der beiden erhalten.

Drei Tage nach den Anschlägen besuchte Bush am Freitag erstmals die Rettungskräfte in New York. "Vielen Dank für Eure harte Arbeit", rief er Feuerwehrleuten an den Trümmerbergen des World Trade Centers zu. Nur 59 der 124 in New York geborgenen Toten konnten bislang identifiziert werden, mehr als 4 700 Menschen gelten immer noch als vermisst

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