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FC Bayern mit Makaay gegen Tel Aviv

Roy Makaay soll den FC Bayern München trotz Fußverletzung ins Achtelfinale der Champions League schießen - für Senkrechtstarter Paolo Guerrero bleibt auch gegen Maccabi Tel Aviv nur die Joker-Rolle.

dpa MÜNCHEN. Roy Makaay soll den FC Bayern München trotz Fußverletzung ins Achtelfinale der Champions League schießen - für Senkrechtstarter Paolo Guerrero bleibt auch gegen Maccabi Tel Aviv nur die Joker-Rolle.

"Roy wird von Beginn an mit Claudio Pizarro spielen. Für Paolo bleibt damit nur ein Platz auf der Bank", sagte Trainer Felix Magath, nachdem die Ärzte grünes Licht für den Einsatz des angeschlagenen niederländischen Torjägers gegeben hatten. Magath kann damit im letzten Vorrunden-Heimspiel gegen den krassen Außenseiter aus Israel auf die Erfolgsformation der letzten Bundesligaspiele setzen.

Makaay hatte bereits das Tor beim 1:0-Hinspielsieg erzielt. Gerade in der Champions League ist er fast unverzichtbar: Zehn der letzten zwölf Münchner Treffer gingen auf sein Konto. "Das Spiel ist zu wichtig, um es zu verpassen. Der Doktor hat den Fuß untersucht, es ist nichts kaputt. Notfalls spiele ich auch mit Schmerzen", sagte Makaay vor dem Abschlusstraining, an dem er teilnahm: "Wir wollen unbedingt den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen, um uns dann ganz auf die letzten drei Bundesligaspiele konzentrieren zu können."

Dagegen werden die Münchener wohl aus politischen Gründen auf den iranischen Stürmer Vahid Hashemian verzichten müssen. "Hashemian war schon in Israel nicht dabei. Es könnte sein, dass er dem Kader nicht angehört", sagte Magath. Die Reise zum Hinspiel in Tel Aviv im September hatte der Iraner wegen Rückenproblemen abgesagt.

Seit der islamischen Revolution 1979 ist es iranischen Sportlern per Gesetz verboten, gegen israelische Teams anzutreten. Bei den Olympischen Spielen in Athen hatte ein iranischer Judoka einen Kampf gegen einen israelischen Athleten verweigert und war nach der folgenden Disqualifikation von seinem Verband mit der Olympia-Siegesprämie von etwa 120 000 Dollar bedacht worden. Hashemian war vor der Partie in Israel aus seiner Heimat auf mögliche Konsequenzen hingewiesen worden.

Das "frühzeitige" Weiterkommen in der Champions League ist auch aus Sicht von Karl-Heinz Rummenigge "dringend notwendig". Der Vorstandsvorsitzende denkt ohnehin bereits über die Gruppenphase hinaus: "Wir sollten in diesem Jahr wieder ganz oben angreifen", forderte er. Auch wenn Franz Beckenbauer gegen den Tabellenletzten der Gruppe C "keinen Spaziergang" erwartet, müssen die Bayern wohl mehr sich selbst als den Gegner fürchten. "Das Gefährlichste an Tel Aviv ist, dass man sie unterschätzt", gab Nationalspieler Torsten Frings zu.

Unterschätzen könnten die Bayern die Israelis schon. Die Mannschaft von Trainer Nir Klinger setzte ihre sportliche Krise mit einem 0:3 gegen Meister Maccabi Haifa fort. Klinger zeigte sich anschließend "ratlos". Die meiste Gefahr droht der Bayern-Abwehr wohl noch vom 23-jährigen Baruch Dego, der mit seinen beiden Toren beim 2:1 gegen Ajax für das bisher einzige Erfolgserlebnis gesorgt hatte.

Magath hat anders als sein Trainer-Kollege Klinger derzeit nur Luxusprobleme zu lösen. Zé Roberto ist wieder fit und drängt ebenso ins Team wie Mehmet Scholl und Sebastian Deisler. Die größten Ansprüche aber meldet "shooting star" Guerrero mit Toren am Fließband an: Sieben Treffer in 14 Tagen - vier in der Bundesliga, zwei im DFB - Pokal für die Bayern-Amateure und eins im Länderspiel für Peru - haben den 20-jährigen Peruaner ins Rampenlicht katapultiert. Für seine vier "Joker"-Tore in der Meisterschaft benötigte er 107 Minuten - das ist Bundesliga-Rekord. Nicht einmal "Bomber" Gerd Müller war so schnell. Auch gegen Tel Aviv soll Guerrero seine Serie fortsetzen, wenn er ihn einwechseln sollte: "Er soll seine Rolle so spielen wie bisher: Reinkommen und ein Tor machen, möglichst sogar zwei."

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