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FC Bayern wieder in Liga-«Regierung»

Berlin (dpa) - Der FC Bayern kehrt in die «Regierung» der Fußball-Bundesliga zurück und DFL-Chef Werner Hackmann will die ganze Liga auf die vorbehaltlose Unterstützung des neuen Bundestrainers Jürgen Klinsmann einschwören.

Berlin (dpa) - Der FC Bayern kehrt in die «Regierung» der Fußball-Bundesliga zurück und DFL-Chef Werner Hackmann will die ganze Liga auf die vorbehaltlose Unterstützung des neuen Bundestrainers Jürgen Klinsmann einschwören.

Wenn sich in Berlin die Vertreter der 36 deutschen Profi-Vereine zu ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung treffen, werden die Neuwahl des Vorstandes und die «Doppelspitze» der Nationalelf die herausragenden Themen sein.

Hackmann, der sich in der Hauptstadt als einziger Kandidat zur Wiederwahl als Präsident des Ligaverbandes stellt, begrüßte «außerordentlich» die Lösung mit Klinsmann und Teammanager Oliver Bierhoff als Führungskräfte der DFB-Auswahl: «Ich werde die Kollegen auffordern, den Blick jetzt nach vorne zu richten und keine rückwärts gerichteten Gefechte mehr zu führen», erklärte Hackmann am Freitag.

Die Kritik aus den eigenen Bundesliga-Reihen habe er überhaupt nicht verstanden, betonte der Liga-Chef: «Wenn jetzt alle etwas über den Trainer sagen, hilft uns das gar nicht.» DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub hat bereits an Klinsmann und Bierhoff geschrieben und zum schnellen Treff mit der Liga eingeladen. Dass weder Bierhoff, der speziell der Kontaktmann sein soll, noch Klinsmann in Berlin wegen privater Verpflichtungen dabei sind, sei nicht zu ändern. «Es wäre schön gewesen, aber das kann man ja nachholen», so Hackmann.

Die Meinungsmacher von Bayern München haben sich schon an die Spitze der Pro-Klinsmann-Bewegung gesetzt. Zudem will der Rekordmeister auch erstmals in der Deutschen Fußball-Liga (DFL) mit Verantwortung übernehmen. Karl-Heinz Rummenigge kandidiert für einen der acht Plätze (bisher zwölf) im neuen Vorstand des Ligaverbandes, der zugleich als Aufsichtsrat der DFL agiert. Bei einer Probeabstimmung in Düsseldorf erhielt Bayern-Vorstandschef Rummenigge schon die meisten Stimmen, sein Wahl gilt als sicher. «Das ist gut für die Liga, die Bayern sind der Branchenführer. Wir hätte das gern schon früher gehabt», meinte Hackmann.

Der Exklusiv-TV-Vertrag der Bayern mit Kirch, aber auch die Initiative der Münchner bei der Gründung der «G8», der großen acht Clubs in der Bundesliga, hatte das Verhältnis zur Liga stark belastet. «Eigentlich ist so etwas das Aus für den Verband», meinte Straub. Doch die Ende 2000 gegründete DFL überstand diese Zerreißprobe wie die Kirch-Krise, die Auswirkungen der Terroranschläge vom 11. September 2001 oder den Streit um die Zentralvermarktung. «Alles was an Rohrkrepierern kommen konnte, ist uns reingehagelt», beschrieb Straub die Rahmenbedingungen der ersten drei Liga-Jahre nach der Abkopplung vom Deutschen Fußball-Bund (DFB).

So sei die DFL in ihrer Entwicklung auch noch nicht so weit wie «ich mir das vorgestellt habe», sagte Straub. «Die Liga ist stärker geworden», bilanzierte dennoch Hackmann. Gerade die Krisen hätten die Vereine enger zusammen rücken lassen. Wirtschaftlich wird die Liga am Samstag Positives berichten: Zwar sind die Vereine laut den aktuellen Lizenzierungsunterlagen mit der Rekordsumme von 670 Millionen Euro verschuldet, dem würden aber mehr als eine Milliarde Euro an Vermögenswerten entgegen stehen, berichtete Hackmann.

Die Personalkosten wurden in einem Jahr um zwei Prozent gesenkt. «Das ist schon eine erhebliche Leistung», sagte Hackmann mit Hinweis auf andere europäische Ligen. Denn während in der Bundesliga die Personalausgaben nur 46 Prozent der Gesamtkosten ausmachen würden, liege diese Zahl in England bei 64 Prozent, in Frankreich bei 69 Prozent und in Italien sogar bei 90 Prozent, legte der DFL-Chef dar.

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