FC Porto gewinnt den UEFA-Pokal
Träume von Celitc Glasgow zerstört

Deco zauberte, Derlei traf wie er wollte - und der FC Porto schnappte sich den "Kelch für den Portwein": Nach dem ersten UEFA-Cup-Triumph der Vereins-Geschichte feierten die "Drachen" aus der portugiesischen Hafenstadt euphorisch ihre Helden aus Brasilien. Vor allem Doppel-Torschütze Derlei, der sich mit dem ersten "Silver Goal" der Fußball-Historie (115.) zum 3:2 (2:2/1:0)-Endspielsieg nach Verlängerung über Celtic Glasgow in den Annalen verewigte, krönte seinen Gala-Auftritt und avancierte zum Matchwinner.

HB/dpa SEVILLA. "Derlei versetzt Celtic den Todesstoß", titelte "The Scotsman" ehrfurchtsvoll. Auch die Nachrichtenagentur AP befand: "Derleis Schüsse waren tödlich."

Dabei war der Stürmer vor dieser Saison über Portugals Grenzen hinaus kaum bekannt. Auch in der Heimat war der vom portugiesischen Mittelklasse-Club Uniao Leiria geholte Brasilianer ein weithin unbeschriebenes Blatt. Nun ist er mit 12 Treffern der UEFA-Cup-Top - Torjäger der Saison. "Seit ich in Porto bin, läuft es optimal für mich. Auch im Finale: Das Team hat mir geholfen und ich bin sehr glücklich", meinte der 27-Jährige strahlend. "Er kam von einem kleinen Club, jetzt ist er ein Großer", lobte Trainer Jose Mourinho.

Auch Derleis Landsmann Deco, der inzwischen die portugiesische Staatsangehörigkeit angenommen hat und im März als 2:1-Siegtorschütze für Portugal ausgerechnet gegen Weltmeister Brasilien nachhaltig auf sich aufmerksam machte, spielte im Estadio Olimpico von Sevilla groß auf. Und war entscheidend an den Toren von Derlei (45.) und Dimitri Alenitschew (54.) beteiligt. "Die Trümpfe Deco und Derlei stachen", kommentierte die Zeitung "Correio da Manhã" trefflich. Das Sportblatt "O Jogo" schrieb dazu: "Deco gab die Vorlagen, und Derlei machte die Tore. Der Cup ging an das Team, das ihn am meisten verdient hatte."

"Die Partie geht in die Geschichte ein. Es war die aufregendste, die ich je erlebt habe. Mehr kann man vom Fußball nicht verlangen", befand Mourinho zum Happy End nach 120 hart umkämpften und spannenden Minuten. Sein Gegenüber Martin O'Neill war enttäuscht, dass Celtic den zweiten Europacup-Sieg nach dem im Landesmeister-Cup 1967 knapp verpasste, nahm das unglückliche 2:3 aber fair hin. "Wir waren auch in der Niederlage groß. Dabei hätten wir den Sieg verdient gehabt.

Ich bin sehr enttäuscht, obwohl unsere Jungs großartig waren." "Der Traum der tapferen Celtic-Mannschaft wurde auf grausame und dramatische Weise zerstört", titelte das schottische Boulevard-Blatt "Daily Record". Auch Torjäger Henrik Larsson, der seine Pflichtspiel- Tore 200 und 201 für Celtic anbrachte, konnte die Niederlage nicht verhindern. "Wir haben eines der größten Spiele verloren, das ein Fußball-Profi erreichen kann. Deshalb bin ich sehr traurig", gestand Larsson. "Hätten wir bis zum Schluss mit elf Mann auf dem Platz gestanden, wären wir als Sieger vom Feld gegangen", meinte O'Neill frustriert, der damit dem in der 95. Minute mit Gelb-Rot bedachten Verteidiger Dianbobo Balde eine Mitschuld an der Niederlage gab.

Auf jeden Fall wirkte sich die Ampelkarte für den Franzosen weit negativer aus als die des Portugiesen Nuno Valente, der ebenfalls vorzeitig Duschen musste. Allerdings lief da schon die Nachspielzeit der Verlängerung. Während Portos Profis am Donnerstag um fünf Uhr morgens im heimischen Stadion "Das Antas" von 30 000 Fans begeistert empfangen wurden, gab es immerhin auch Positives aus dem Lager des unterlegenen Finalisten: 50 000 schottische Anhänger, von denen 20 000 ohne Ticket geblieben waren und die Partie außerhalb des Stadions verfolgten, erwiesen sich als gute Verlierer: Nennenswerte Vorfälle gab es nicht.

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