Archiv
FC Bayern nach Sieg gegen Tel Aviv in Hochstimmung

Maccabi Tel Aviv war wahrlich kein Maßstab, doch für Oliver Kahn war der Spaziergang des FC Bayern München ins Achtelfinale der Champions League trotzdem ein Signal.

dpa MÜNCHEN. Maccabi Tel Aviv war wahrlich kein Maßstab, doch für Oliver Kahn war der Spaziergang des FC Bayern München ins Achtelfinale der Champions League trotzdem ein Signal.

Drei Jahre nach dem Triumph von Mailand sieht der Fußball-Nationaltorhüter unter Felix Magath wieder eine große Bayern-Mannschaft heranwachsen, die schon in dieser Saison erneut zur Nummer 1 in Europa aufsteigen könnte. "Nach einem Minimal-Tal über ein, zwei Jahre beginnt sich wieder eine sehr, sehr gute Truppe heraus zu kristallisieren, die auch international Großes erreichen kann", verkündete Kahn nach dem 5:1-Schützenfest gegen den hilflosen Sparringspartner aus Israel.

So weit wie der Kapitän mochte sich ansonsten niemand vorwagen. "Im Achtelfinale können wir schon einen schweren Brocken erwischen", gab Michael Ballack vielmehr zu bedenken und erinnerte an das frühe Ausscheiden gegen Real Madrid in der ersten K.o.-Runde der vergangenen Saison. Als Gruppenzweiter wird den Bayern für das Achtelfinale (22./23. Februar und 8./9. März 2005) am 17. Dezember wiederum ein Gruppensieger zugelost.

So beglückt wie nach dem Erfolg gegen Maccabi hatte man die Verantwortlichen des FC Bayern dennoch lange nicht erlebt. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verließ "rundherum zufrieden" das Olympiastadion nach dem munteren Toreschießen von Claudio Pizarro (12.), Hasan Salihamidzic (37.), Torsten Frings (44.) und Roy Makaay (71./79.). "Jetzt müssen wir nur noch die letzten drei Bundesligaspiele gewinnen, dann haben wir ein wunderschönes Weihnachtsfest", ergänzte Manager Uli Hoeneß.

Keine Frage: Nach fünf Monaten unter Felix Magath ist die Fußball-Welt der Bayern wieder intakt. "Das war wunderbarer Fußball, da entwickelt sich etwas", würdigte Chefkritiker Günter Netzer als neutraler Beobachter die Arbeit von Magath. Zum ausgezeichneten Hinrunden-Zeugnis fehlt nur noch die Behauptung von Platz eins in der Liga. "Zwei Teilziele haben wir erreicht mit dem Achtelfinale in der Champions League und dem DFB-Pokal-Viertelfinale. Jetzt wollen wir schauen, dass wir auch Herbstmeister werden", erklärte Kahn.

"Zuchtmeister" Magath setzte als Prämie für neun Punkte gegen Mainz 05, den 1. FC Nürnberg und seinen Ex-Club VfB Stuttgart sogar einen Tag zusätzlichen Weihnachtsurlaub für seine Spieler aus. Auf dieses Ziel können sich die Bayern-Profis jetzt ganz konzentrieren, denn das letzte Gruppenspiel gegen Ajax Amsterdam hat für sie nur noch statistischen Wert. "Jetzt können wir in aller Ruhe in meine Heimat fahren", meinte der Niederländer Makaay.

Der Pflichtsieg gegen die Israelis, die durch einen von Kahn verschuldeten Foulelfmeter von Baruch Dego (56.) wenigstens zum Ehrentreffer kamen, hatte viele Gewinner, aber einer stach heraus: Mehmet Scholl. "Er war an allen Toren nach seiner Einwechslung mit beteiligt hat sensationell gut gespielt", lobte Franz Beckenbauer den 34-Jährigen. Scholl konnte sich auf seiner Lieblingsposition hinter den Spitzen nach Herzenslust austoben und ist zumindest wieder zu einer wertvollen Teilzeitkraft geworden.

"Mit Mehmet lief es", meinte Magath, der den so oft verletzten Routinier schon nach 28 Minuten für Jungstar Bastian Schweinsteiger gebracht hatte. Hoeneß hieß die erzieherische Maßnahme gut: "Bastians Kurve geht seit ein, zwei Wochen wieder ziemlich nach unten. Da muss man ihm auch zeigen, wo der Bartel den Most holt."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%