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FDA will nach Vioxx-Skandal weitere Medikamente überprüfen

Die US-Gesundheitsbehörde FDA will nach dem Vioxx-Skandal weitere Medikamente untersuchen. Betroffen seien Crestor von Astrazeneca , Meridian von Abbott und Severent von Glaxosmithkline , Bextra von Pfizer und Accutane von Roche .

dpa-afx NEW YORK. Die US-Gesundheitsbehörde FDA will nach dem Vioxx-Skandal weitere Medikamente untersuchen. Betroffen seien Crestor von Astrazeneca , Meridian von Abbott und Severent von Glaxosmithkline , Bextra von Pfizer und Accutane von Roche .

Der FDA-Offizielle David Graham hatte am Donnerstagabend gesagt, bei diesen Medikamenten müssten weitere Untersuchungen vorgenommen werden, um mögliche gefährliche Risiken wie beim zurückgezogenen Rheumamittel Vioxx von Merck & Co. ausschließen zu können. Zugleich hatte er die Schwäche der Behörde bei derartigen Fällen kritisiert.

Die Aktien von Astrazenca brachen am Freitag zuletzt um 7,21 Prozent auf 2 195,00 Pence ein. Glaxosmithkline fielen um 3,69 Prozent auf 1 148,00 Pence.

Vorwürfe Gegen FDA

Pfizer hatte vor einer Woche bereits einräumen müssen, dass es ein erhöhtes Herzinfarktrisiko seines Arthritismedikaments Bextra für bestimmte Patienten gibt. Frühere Studien zeigten ein verstärktes Auftreten von Herzinfarkten bei jenen Patienten, die sich einer Bypass-Behandlung unterzogen hätten.

Im Zusammenhang mit dem Vioxx-Skandal warf Graham seiner eigenen Behörde schwere Sicherheits- und Organisationsmängel vor. In einer Anhörung vor US-Senatoren sagte er, die für die Neuzulassung neuer Medikamente zuständige Abteilung habe zu viel Entscheidungsmacht gehabt. Die Experten, die Vioxx zugelassen haben, hätten später wegen der schwerwiegenden Nebenwirkungen des Schmerzmittels gegen den Konzern vorgehen sollen. "Das ist ein ständiger Interessenskonflikt", sagte Graham.

Er beklagte zudem, von Merck, aber auch hochrangigen FDA-Managern nach der Präsentation einer Studie im August angefeindet worden zu sein, die belegte, dass Vioxx bei mindestens 28 000 Fällen einen Herzinfarkt ausgelöst oder gar zum Tod geführt habe. Dabei sei die Studie von der FDA selbst in Auftrag gegeben worden, sagte Graham. Erst einen Monat später hatte Merck & Co das Mittel vom Markt genommen.

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