FDP entäuscht - PDS nicht drin
Die Gewinner: Union und Grüne - Schröder muss um Mehrheit zittern

CDU und CSU haben ihr Wahlziel erreicht und sind deutlich stärker als die SPD geworden. Doch dank des spektakulär guten Ergebnisses der Grünen könnte es für die Koalition ganz knapp reichen. Der Abend wird spannend.

dpa BERLIN. Dramatisches Finale zwischen SPD-Kanzler Gerhard Schröder und Unions-Herausforderer Edmund Stoiber: Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF stellt die Union die stärkste Fraktion im neuen Bundestag. Zusammen mit der FDP wäre sie aber wegen des starken Abschneidens der Grünen zu schwach, um gegen Rot-Grün zu regieren. Die ARD sagte ein Patt voraus, das ZDF eine 2- Stimmen-Mehrheit für Rot-Grün. Die PDS rutschte klar unter die 5- Prozent-Hürde und eroberte nur zwei Direktmandate.

Bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern zeichnete sich nach Prognosen wie erwartet eine Fortsetzung der SPD/PDS-Koalition ab.

Die Hochrechnungen von ARD und ZDF (18.30 Uhr) gaben der SPD 37,1 bis 37,6 %. Die CDU/CSU wurde mit 38,5 bis 39,1 % stärkste Fraktion im neuen Bundestag. Die Grünen kletterten auf 9,1 bis 9,4 % und erzielten damit ihr bisher bestes Ergebnis im Bund. Die FDP verbesserte sich nur leicht auf 7,2 bis 7,4 %. Die PDS scheiterte mit 3,9 bis 4,2 %.

Nach der Sitzverteilung hätte Rot-Grün damit beim ZDF eine knappe Mehrheit von zwei Stimmen im neuen Bundestag. Von 598 Mandaten entfielen auf die SPD 242 und die Grünen 58, auf die Union 248 und die FDP 48, sowie zwei auf die PDS. Bei der ARD gab es ein Unentschieden. Von errechneten 600 Sitzen entfielen 239 auf die SPD und 61 auf die Grünen. CDU/CSU kam auf 252, die FDP auf 46 und die PDS auf zwei Sitze.

Während die SPD gegenüber 1998 deutliche Verluste erlitt, konnte sich die Union vom Tiefpunkt vor vier Jahren (35,1 %) deutlich erholen. Die FDP legte nur leicht im Vergleich zu 1998 zu und blieb weit unter den angestrebten 18 %. Die PDS hatte 1998 5,1 % erzielt. Die Schill-Partei und die rechtsextremen Parteien NPD und Republikaner blieben bedeutungslos. Bei der Bundestagswahl zeichnete sich mit 77 % (ARD) eine geringere Beteiligung als vor vier Jahren (82,3 %) ab.

SPD und Grüne hatten vor der Wahl deutlich gemacht, dass sie ihr Bündnis auch bei einem knappen Vorsprung fortsetzen wollen. Eine Zusammenarbeit mit der PDS hatte Schröder ausgeschlossen. Stoiber hatte sich für eine Zusammenarbeit mit der FDP ausgesprochen. Falls beide Lager keine eigene Mehrheit erhalten, könnte die SPD, wenn sie stärkste Fraktion bleibt, auch Koalitionen mit FDP oder Union bilden. Die FDP will sich nicht auf eine Ampelkoalition zusammen mit SPD und Grünen einlassen. Einer großen Koalition unter Stoiber will Schröder nicht angehören. Stoiber will als Ministerpräsident in Bayern weiterarbeiten, falls er nicht Kanzler wird.

Vor vier Jahren hatte die SPD mit 40,9 % der Stimmen gewonnen und mit Hilfe der Grünen nach 16 Jahren die CDU-FDP - Regierung unter Helmut Kohl abgelöst. Die Union war mit 35,1 % auf ihr zweitschlechtestes Ergebnis abgerutscht. Die Grünen hatten 6,7 % erreicht, die FDP 6,2 und die PDS 5,1 %.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%