FDP plädiert für Ausbildungsprämie
Hundt: Zwei Lehrlinge sollen sich Ausbildungsvergütung teilen

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat vorgeschlagen, die Ausbildungsvergütung für Lehrlinge zu halbieren, um doppelt so viele Ausbildungsplätze besetzen zu können. Die FDP plädierte für eine Ausbildungsprämie in Höhe von 3500 ? für jene Betriebe, die mehr Ausbildungsstellen als im Vorjahr zur Verfügung stellen.

HB/dpa OSNABRÜCK. Hundt forderte die Gewerkschaften auf, zur Behebung des Lehrstellenmangels Abweichungen von geltenden Ausbildungs- Tarifverträgen zuzulassen. So sollten sich zwei Lehrlinge eine Ausbildungsvergütung teilen, sofern der Arbeitgeber bereit sei, dafür zwei statt einen Azubi einzustellen, sagte Hundt der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitag). Auch müssten tarifvertraglich vereinbarte Übernahmeverpflichtungen vorübergehend ausgesetzt werden.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) reagierte auf den Vorstoß mit Sarkasmus: "Der bahnbrechende Vorschlag" von Hundt sei "ausbaufähig". Deshalb sollte man ihn "konsequent zu Ende denken": Wenn man die Vergütung für einen Friseurlehrling Ost in Höhe von 257 ? pro Monat unter vier Bewerbern teile, sinke die Vergütung auf nur noch rund 64 ? pro Azubi. "Und wenn sich 257 Friseurlehrlinge Ost eine Vergütung teilen, bleibt sogar nur der symbolische Beitrag eines Euro übrig. Dafür hat die Treuhand schon ganze Betriebe verkauft", meinte DGB-Pressesprecher Markus Franz.

Die FDP schlug ein Sofortprogramm zur Schaffung neuer Ausbildungsplätze in kleinen und mittleren Betrieben vor. Danach sollen Firmen für jeden über die Zahl des letzten Jahres hinaus geschaffenen Ausbildungsplatz mit einer Ausbildungsprämie in Höhe von 3500 ? belohnt werden. Das Programm gelte für maximal 80 000 neue Lehrstellen, der Größenordnung der in diesem Jahr erwarteten Lehrstellenlücke. Die Finanzierung soll durch ein Zurückfahren des Jump-Programms zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit erfolgen. Darin würden rund 880 Mill. ? Steuergelder weitgehend für Warteschleifen und nutzlose Ersatzmaßnahmen ausgegeben, kritisierte FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper.

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