FDP profitiert nicht von CDU-Schwäche
Analyse: "Steilvorlage" von Trittin

Die herben Verluste der Grünen in Baden- Württemberg und Rheinland-Pfalz sind nach Ansicht von Parteienforscher Peter Lösche maßgeblich auf eine "Steilvorlage" von Bundesumweltminister Jürgen Trittin zurückzuführen.

dpa STUTTGART/MAINZ. Seine Skinhead- Äußerungen über CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer seien "ein Verhängnis" für die Grünen und hätten zur Mobilisierung konservativer Wähler beigetragen, sagte Lösche am Sonntagabend im ZDF. "Die Nationalstolz-Debatte hat emotionalisiert." Trittin sei für die Grünen zur Belastung geworden.

Für die CDU in Rheinland-Pfalz seien die vom Umweltminister verursachte Patriotismus-Diskussion und die Anti-Trittin-Kampagne allerdings zu spät gekommen, urteilte der Parteienforscher Jürgen Falter in der ARD. "Das hat vielleicht die eigenen Wähler mobilisiert, aber keine Wechselwähler herüber gezogen." Die Union müsse bei der nächsten Wahl mit einem anderen Kandidaten als Christoph Böhr versuchen, in ihrem früheren Stammland wieder an die Regierung zurückzukehren. Dies sei durchaus möglich, sagte Falter.

Die FDP habe trotz der gegenwärtigen Schwäche der CDU im Bund nicht profitieren können, meinte Lösche. "Sie kann nicht in das bürgerliche Lager eindringen." Dafür gebe es inhaltliche und organisatorische Gründe bei den Liberalen. Dagegen könne die SPD zurzeit nur gewinnen, meinte Lösche. "Der Kanzler sitzt fest im Sattel." Selbst die Schwäche der Grünen sei für Gerhard Schröder (SPD) auf Bundesebene kein Problem, da er die Option eines Bündnisses mit der FDP habe.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%