Fechten Olympia
Florett-Frauen sichern sich fünften Platz

Die deutschen Florett-Fechterinnen haben als Fünfte eine Medaille verpasst. Trotzdem ziehen die deutschen Fechter eine insgesamt positive Olympia-Bilanz.

Auch die Unterstützung der beiden frisch gebackenen Fecht-Olympiasieger Britta Heidemann und Benjamin Kleibrink hat nichts genutzt: Der Deutsche Fechter-Bund (Dfeb) konnte die Medaillenausbeute von zweimal Gold am letzten Wettkampf-Tag der Deutschen nicht mehr aufbessern, zog aber dennoch eine positive Bilanz.

Das Team der deutschen Florett-Fechterinnen musste sich im letzten Wettbewerb mit deutscher Beteiligung mit Platz fünf begnügen. Das Tauberbischofsheimer Trio Carolin Golubytskyi, Katja Wächter und Anja Schache unterlag im Viertelfinale den Ungarinnen 31:35. Im Spiel um Platz fünf setzten sich sie Deutschen mit 34:28 gegen Gastgeber China durch.

"Signal von Peking eindeutig positiv"

"Das ist ein bisschen ärgerlich, aber das Signal von Peking ist trotzdem eindeutig positiv: Die deutschen Fechter können wieder gewinnen. Wir sind mit zweimal Gold wieder da, wo wir vor Jahren einmal waren", sagte Dfeb-Sportdirektor Claus Janka. Gold im Doppelpack hatte es im Einzel bislang nur einmal gegeben: Durch Anja Fichtel und Arnd Schmitt 1988 in Seoul.

Durch Heidemanns und Kleibrinks Triumphe habe man nun den Rücken frei, um das neue Ziel Olympia 2012 anzugehen. "Zweimal Gold ist der Gegenbeweis zu der These, die Fechter können nichts gewinnen. Wir haben jetzt zwei Knaller, mit denen wir Werbung machen können", sagte Janka, der davon ausgeht, dass die Erfolge von Peking mobilisieren werden: "Der immaterielle Wert der beiden Goldmedaillen ist, dass die Glaubwürdigkeit gestärkt wird. Das wird Türen öffnen."

Verstärkt soll nun wieder in die Breite investiert werden, um den Nachwuchs zu fördern. Ab dem 1. Januar wird Berlin als insgesamt dritter Bundesstützpunkt nach Tauberbischofsheim und Bonn errichtet, die Neustrukturierung des Trainerstabes war zuvor bereits eingeleitet worden.

Limbach und Joppich enttäuschen

Enttäuschungen gab es dennoch: Der dreimalige Florett-Weltmeister Peter Joppich aus Koblenz blieb ebenso wie der Weltranglistenerste im Säbel-Fechten, Nicolas Limbach aus Dormagen, und Heidemanns Kollegin Imke Duplitzer (Bonn) ohne Medaille.

"Wir haben uns zwei Medaillen vorgenommen und auf einmal Gold gehofft. Umso besser, dass es zweimal Gold geworden ist", meinte Janka.

Enttäuschend war der verpasste Außenseiter-Coup der Florett-Frauen dennoch. "Das ist scheiße. Da darf man gar nicht weiter drüber nachdenken", sagte die 31 Jahre alte Schache angesichts der überraschenden Niederlage der Polinnen gegen die USA, auf die das Dfeb-Team im Halbfinale getroffen wäre. Das Tor zur großen Bühne Finale stand weit offen, es reichte mit dem 34:28 gegen Gastgeber China im Gefecht um Platz fünf für das Team von Bundestrainer Sergej Golubytskyi aber nur für den Hinterausgang.

Zukunft von Bundestrainer Golubytskyi offen

Wie es mit dem Ehemann und Coach von Carolin Golubytskyi beim Dfeb weitergeht, wird nun Ende September entschieden. Der im Herbst auf eigenen Wunsch scheidende Sportdirektor Janka wird sich zuvor mit seinem designierten Nachfolger, Degen-Bundestrainer Manfred Kaspar, und den Fachbereichsleitern beraten. Das Abschneiden der Florett-Frauen ist trotz Wächters erstaunlichem achten Platz im Einzel insgesamt nicht zufriedenstellend.

Schon im Vorfeld von Olympia hatte es bei den Florett-Frauen Knatsch gegeben. Dass der dreimalige Weltmeister Golubytskyi und nicht Wächters und Schaches Heimtrainer Ingo Weißenborn das Team in Peking betreute, stieß nicht auf ungeteilte Zustimmung. Vor allem Schache war davon nicht begeistert, wollte nach ihrem beiden missglückten Olympia-Auftritten aber nicht nachkarten. Gerüchte, wonach sie nach den Spielen aufhören werde, wies sie entschieden zurück. Ihren Vertrag als Sportsoldatin der Bundeswehr hat sie bis 2010 verlängert.

© SID

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