Fechten Olympia
Katja Wächter scheitert im Florett-Viertelfinale

Die Florett-Fechterin Katja Wächter ist im Viertelfinale als letzte deutsche Vertreterin gegen die Italienerin Giovanna Trillini ausgeschieden. Zuvor setzte sich die Deutsche überraschend gegen die Französin Corinne Maitrejean durch.

Tränen bei Carolin Golubytskyi, Freude bei Katja Wächter, Schweigen bei Anja Schache: Mit völlig gegensätzlichen Gefühlen sind die deutschen Florett-Fechterinnen aus ihren Einzel-Wettbewerben bei den Olympischen Spielen in Peking gegangen. Während Medaillen-Hoffnung Golubytskyi nach ihrem überraschenden Aus im Achtelfinale am Boden zerstört war und die frühzeitig gescheiterte Schache wortlos die Halle verließ, konnte die unerwartet bis in Viertelfinale vorgestoßene Wächter ihr Glück kaum fassen.

"Das ist gigantisch, bombastisch"

"Auch wenn für die Welt nur Medaillen zählen, ich kann sagen: Das ist gigantisch, bombastisch", sagte die freudestrahlende Tauberbischofsheimerin nach dem größten Erfolg ihrer Karriere. Das Viertelfinale bei Olympia zu erreichen, sei ihr definitiv wichtiger als ihre bislang beste Weltcup-Platzierung (Rang zwei).

Erst im Viertelfinale war sie an der lebenden Legende Giovanna Trillini gescheitert. Die viermalige Olympiasiegerin hatte sich 15:8 gegen die 26 Jahre alte Wächter durchgesetzt. Als Beste des Tauberbischofsheimer Trios belegte Wächter Platz acht.

Ein bisschen ärgere sie sich über das Gefecht gegen die übermächtige Gegnerin, sagte die Universitäts-Absolventin, die sich in der Magisterarbeit ihres Ethnologie- und Germanistik-Studiums mit der linken Hand des Menschen beschäftigt hatte. Ihr linker Waffenarm gehorchte ihr über weite Strecken der Wettkämpfe gut, nur gegen Trillini wollte sie anfangs zu viel und lief in die offene Klinge der Italienerin. "Ich bin das Ding taktisch falsch angegangen", erklärte Wächter selbstkritisch, aber lächelnd.

Dagegen war die EM-Dritte Golubytskyi völlig aufgelöst. Nach ihrer 5:6-Achtelfinal-Niederlage im Sudden Death trotz einer zwischenzeitlichen Drei-Treffer-Führung gegen die Japanerin Chieko Sugawara flüchtete die 22-Jährige zunächst in die Katakomben. Auch eine gute Stunde nach ihrem letzten Gefecht brachen die Tränen immer wieder aus ihr heraus.

"Ich brauche jetzt erstmal meine Zeit. Morgen wird es sicher wieder besser sein. Aber jetzt ist es schwer", sagte die Ehefrau des bei Olympia anstelle von Ingo Weißenborn zuständigen Trainers Sergej Golubytskyi schluchzend. Auf Rang neun, also nur einen Platz hinter Wächter, schloss sie das olympische Turnier ab. Doch gemessen an den eigenen Ansprüchen lagen zwischen den beiden Welten.

Anweisungen bleiben ohne Erfolg

Bei ihr sei ein bekanntes Phänomen aufgetreten, meinte Sergej Golubytskyi. "Sie kommt manchmal in eine Deadzone. Dann hat sie Schwierigkeiten, wieder rauszukommen", sagte der Coach und Ehemann. Er habe ihr Instruktionen gegeben, "doch sie hat immer was anderes gemacht".

Schade sei auch das frühe Aus von Schache gewesen, meinte er, "ich hoffe, dass sie nicht aufhört". 31 Jahre alt ist die Vize-Weltmeisterin von 2005, die nach einem 2:15 gegen die aktuelle WM-Zweite Eugenia Lamonowa (Russland) bereits in der Runde der letzten 32 ausgeschieden war und Platz 23 belegte. Möglicherweise hört sie nach Olympia auf.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Schache nicht glücklich mit der Wahl des Sportdirektors Claus Janka vom Deutschen Fechter-Bund (Dfeb) ist, anstelle von Weißenborn Golubytsyki als Trainer für Olympia zu benennen. Auch Wächter bestätigte, dass diese Entscheidung gegen den eigentlichen Heimtrainer überraschend gewesen sei: "Aber wir haben uns damit arrangiert." Jetzt gelte es, die Kräfte zu bündeln für den Teamwettbewerb am Samstag. "Da müssen wir uns nicht verstecken", sagte Wächter. Das gilt nach ihrem Einzel-Erfolg besonders für sie.

© SID

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