Fechten Olympia
Limbach scheidet schon im Achtelfinale aus

Das Favoritensterben beim olympischen Herrensäbel-Turnier setzt sich fort. Die ersten sechs der Weltrangliste sind bereits ausgeschieden - darunter auch der Weltranglisten-Erste Nicolas Limbach. Der deutsche Säbel-Fechter verlor im Achtelfinale gegen Europameister Alexander Bujikewitsch.

Erhobenen Hauptes, mit festem Blick und sehr entschlossen war er ins Gefecht gegangen, nach dem verlorenen Achtelfinale ließ Nicolas Limbach den Kopf hängen, wirkte aber gefasst. "Ich habe zu den Favoriten gezählt und mir etwas ausgerechnet. Jetzt bin ich tierisch enttäuscht", sagte der 22-Jährige nach dem 14:15 gegen Europameister Alexander Bujikewitsch aus Weißrussland.

Bis zum Ende der Olympischen Spiele wird Limbach noch in Peking bleiben. "Das ist mein Urlaub", erklärte der WM-Dritte, der nun das Weltereignis Olympia als Bereicherung für seinen Erfahrungsschatz in sich aufsaugen will.

Wie schon bei der EM vor rund einem Monat in Kiew war Linkshänder Bujikewitsch für den einzigen deutschen Säbel-Fechter in Peking Endstation. Der Deutsche Fechter-Bund (Dfeb) musste nach der am Montag gescheiterten Medaillen-Hoffnung von Florett-Spezialistin Carolin Golubytskyi (Tauberbischofsheim) damit auch den zweiten Traum vom olympischen Treppchen begraben.

Auch Kothny scheitert früh

Limbach hätte der erste deutsche Säbel-Olympiasieger und der zweite Einzel-Medaillengewinner in der Waffe nach dem mittlerweile für Thailand startenden Wiradech Kothny werden können. Der Bronzemedaillen-Gewinner von Sydney 2000 hatte bereits den Einzug ins Achtelfinale durch ein 7:15 gegen den Chinesen Zhong Man verpasst und belegte Rang 25. Am Ende blieb Limbach ein ähnlich frustrierender 9. Platz.

Nervös sei er in seinem ersten Gefecht gegen den Polen Marcin Koniusz gewesen, erklärte Limbach, "aber gegen Bujikewitsch war ich komplett fokussiert". Er habe "nicht über den Kopf verloren", meinte der BWL-Student aus dem rheinischen Dormagen, der seit einiger Zeit mit einem Mentaltrainer zusammenarbeitet. 14:13 führte Limbach bereits, kassierte jedoch noch zwei Treffer und verlor schließlich nach Videobeweis.

Der EM-Dritte von Kiew hatte gegen Bujikewitsch dennoch gut gefochten. "Es war klar, dass es eng wird. Der Kerl ist kein Nobody", sagte der Weltranglisten-Erste: "Ich habe gegen einen starken Gegner verloren." Immerhin konnte sich Limbach mit der gezeigten Leistung trösten: "Ich wäre noch wesentlich enttäuschter, wenn ich schlecht gefochten hätte."

Die eher seltene Konstellation, gegen einen Linkshänder zu kämpfen, erschwerte das Duell zusätzlich. "Er hat ein super Gefühl für die Aktionen", urteilte Limbach über den nur ein Jahr älteren Kontrahenten anerkennend. Ein weiteres Problem: In der Vorbereitung auf Olympia konnte Limbach mangels starker Gegner im Training nicht gegen Linkshänder üben.

Limbach will die Zeit in Peking "voll ausnutzen"

Der Traum von einer Medaille war geplatzt, das Erlebnis Olympia will Limbach aber trotzdem bis zum Ende der Spiele "voll ausnutzen" und am Mittwoch das deutsche Quartett Peter Joppich (Koblenz), Benjamin Kleibrink (Bonn/beide Florett), Britta Heidemann (Leverkusen) und Imke Duplitzer (Bonn/beide Degen) auf dem Weg zum erhofften Medaillengewinn anfeuern.

"Dieser Tag war sehr lehrreich für mich. Ich komme als einer der Topfavoriten her und fliege im Achtelfinale raus. Bei den Grand Prix kann mich jetzt nichts mehr schocken", sagte Limbach und blickte bereits nach vorn. Kaum ein olympischer Medaillengewinner sei bei seiner ersten Teilnahme aufs Treppchen gestürmt. 2012 wird Nicolas Limbach erneut angreifen.

© SID

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