Fed lässt Leitzinsen unverändert: Renten und Gold vor nahendem Irak-Krieg teurer

Fed lässt Leitzinsen unverändert
Renten und Gold vor nahendem Irak-Krieg teurer

Die Furcht vor Rückschlägen für die ohnehin fragile Weltwirtschaft durch den offenbar kurz bevorstehenden Irak-Krieg haben die Preise für Renten und Gold am Mittwoch in die Höhe getrieben. Beide gelten in Krisenzeiten als sichere Anlage.

Reuters FRANKFURT. Rohöl beendete seine Talfahrt der vergangenen Tage, während die internationalen Aktienmärkte ihre jüngste Rally unterbrachen. Der Dollar notierte praktisch unverändert.

"Es könnte Wochen dauern, bis der Krieg vorüber ist", fasste ein Rentenhändler in Helsinki die Bedenken vieler Marktteilnehmer zusammen. Ein langwieriger Krieg birgt nach einhelliger Einschätzung von Börsianern unter anderem das Risiko einer Unterbrechung der Erdöl-Lieferungen aus dem Nahen Osten. Dadurch könnte der ohnehin stotternde Konjunkturmotor vollends abgewürgt werden. Rund 40 % der Erdöl-Exporte weltweit stammen aus dieser Region. Das weltweit größte Ölförderland Saudi-Arabien grenzt an Irak. Viele Anleger hielten sich vor Ablauf des Ultimatums des US-Präsidenten George W. Bush an den irakischen Staatschef Saddam Hussein allerdings mit Engagements zurück.

Rohöl beendet Talfahrt

Der in Europa richtungsweisende Bund-Future stieg am Vormittag um 15 Ticks auf 113,92 Punkte. Parallel dazu verteuerte sich Gold auf 338,25 $ je Feinunze. "Wenn es zu militärischen Aktionen kommt, könnte Gold fünf Dollar in die Höhe schießen, aber dann werden wir einen tiefen Fall sehen", sagte Richard Lim, Director bei UBS Warburg in Singapur. Die Terminkontrakte auf die richtungweisende Nordsee-Ölsorte Brent notierten unverändert bei 27,25 Dollar je Barrel (159 Liter). In den vergangenen Tagen hatten die Futures in Hoffnung auf einen kurzen Krieg ohne Export-Unterbrechungen knapp 20 % an Wert verloren.

Die europäischen Aktienindizes FTSE Eurotop 300 und Dow Jones Stoxx 50 lagen jeweils knapp im Minus bei 780 beziehungsweise 2 203 Punkten. Der Deutsche Aktienindex Dax verlor 0,7 % auf 2 566 Zähler. Der Portfolio Manager Barry Dargan von MFS Investment Management in Tokio wies darauf hin, dass militärische Rückschläge im drohenden Krieg die Kursgewinne der vergangenen Tage schnell zunichte machen könnten. Die drei genannten Indizes haben seit vergangenem Mittwoch jeweils rund 15 % an Wert zugelegt.

Bush-Ultimatum läuft bald aus

Bush hatte in einer Rede in der Nacht zum Dienstag Saddam eine Frist von 48 Stunden gesetzt, um das Land zu verlassen und einen Krieg im letzten Moment abzuwenden. Dieses Ultimatum läuft am Donnerstag um 02.15 Uhr (MEZ) aus. "Ihre Weigerung wird zu einem militärischen Konflikt führen, der zu einem Zeitpunkt unserer Wahl beginnen wird", fügte er hinzu. Saddam kündigte an, er werde sich dem Ultimatum nicht beugen.

Die Entscheidung der US-Notenbank Fed vom Vorabend, die Leitzinsen unverändert bei 1,25 % zu lassen, sei angesichts der Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Irak-Konflikt nicht überraschend gekommen, sagten Börsianer. Entsprechend gering seien die Auswirkungen auf die Kurse an den internationalen Kapitalmärkten. Die Währungshüter hatten jedoch signalisiert, die Zinsen umgehend zu senken, falls der Krieg die US-Konjunktur belasten sollte.

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