Fedcup-Chef: „Zahlen lügen nicht“
Weingärtner besiegelt deutsches Damen-Desaster

Ihr sonst schrilles Lachen gefror Marlene Weingärtner auf den Lippen. Nach einer peinlichen Vorstellung schied die 23-Jährige am Donnerstag als letzte der vier gestarteten deutschen Tennisspielerinnen in der zweiten Runde von Wimbledon aus.

dpa LONDON. Ganze 46 Minuten benötigte die Amerikanerin Lisa Raymond für ihre 6:3, 6:0-Lehrstunde gegen die saft- und kraftlose Heidelbergerin, für die der "Heilige Rasen" an diesem sonnigen Mittag in London zur Tennis-Hölle wurde. "Sie wusste keinen Rat, deshalb sah es so aus, als schenke sie das Spiel ab", sagte Bundestrainer Klaus Eberhard.

Schon am Abend zuvor war der Doppel-Wettbewerb für Marlene Weingärtner beendet, als sie an der Seite der Russin Anastasja Rodjonowa in drei umkämpften Sätzen Martina Navratilova/Swetlana Kuznetzowa (USA/Russland) in Runde eins unterlag. Nach einer kurzen Nacht stand sie gegen die an Nummer 23 gesetzte Lisa Raymond schon nach wenigen Ballwechseln mit dem Rücken zur Wand. Ein 0:2 konnte sie zwar noch ausgleichen. Doch dann ging es steil bergab.

Der Kräfteverschleiß nach dem Härtetest des Vorabends forderte offenbar seinen Tribut. Da nutzte es auch nichts, dass das Match gegen die Wimbledon-Viertelfinalistin 2000 wegen des späten Doppeleinsatzes erst mit einstündiger Verspätung gestartet wurde. Sang- und klanglos verlor die zierliche gebürtige Rumänin und komplettierte das desolate Abschneiden der deutschen Tennis-Damen.

"Unsere Besten rangieren zwischen Platz 50 und 100 in der Weltrangliste. Und die Zahlen lügen nicht", sagte Eberhard. Der neue Fedcup-Kapitän des Deutschen Tennis Bundes (DTB) reiste nach dem Aus der letzten Deutschen zu den Jugend-Meisterschaften in die Heimat. Aus gutem Grund, wie er betonte: "Wir müssen mehr auf jüngere Spielerinnen setzen."

Eberhard denkt vor allem an die 18-Jährige Anna-Lena Grönefeld, die vor drei Wochen den Jugend-Wettbewerb der French Open gewonnen hat, in Wimbledon aber pausiert. Abgeschrieben sind auch die 20- jährigen Julia Schruff und Bianka Lamade nicht, obwohl sie in Wimbledon schon in der Qualifikation gescheitert sind.

"Lamade wird als Alternative fürs Doppel mit nach Indonesien fahren", kündigte Eberhard an. "Dazu kommen Marlene Weingärtner, Anca Barna und Barbara Rittner." Am 19./20. Juli kämpfen die DTB-Damen in Jakarta um den Verbleib in der Fedcup-Weltgruppe. Ein Abstieg wäre ein neuerliches Desaster und ein böser Rückschlag beim Neuaufbau.

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