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Federer findet seinen Meister in Kuerten

Paris (dpa) - Roger Federer hat seinen Meister gefunden. Der topgesetzte Tennis-Weltmeister aus der Schweiz ist in der dritten Runde der French Open am dreimaligen Paris-Sieger Gustavo Kuerten gescheitert.

Paris (dpa) - Roger Federer hat seinen Meister gefunden. Der topgesetzte Tennis-Weltmeister aus der Schweiz ist in der dritten Runde der French Open am dreimaligen Paris-Sieger Gustavo Kuerten gescheitert.

Der Brasilianer, der 1997, 2000 und 2001 den Titel gewonnen hatte, bezwang den Weltranglistenersten überraschend glatt mit 6:4, 6:4, 6:4 in 2:04 Stunden und brachte dem 22-Jährigen die vierte Niederlage in diesem Jahr bei. Bei den Damen erreichten die Favoritinnen Jennifer Capriati und Serena Williams (beide USA) die Runde der letzten 16.

«Er war in Topform und hat verdient gewonnen. Die Zuschauer standen hinter ihm», sagte der geschlagene Federer, während die Fans ihren Publikumsliebling feierten. «Guga» Kuerten schaffte zum sechsten Mal hintereinander den Sprung ins Achtelfinale. «Die French Open bringen mich jedes Mal dazu, meine Grenzen zu überschreiten», meinte der 27-Jährige. «Ich bin glücklich, dass ich trotz meiner schlechten körperlichen Verfassung hier spielen konnte und zum ersten Mal in Paris die Nummer eins geschlagen habe», meinte Kuerten. Die Schmerzen an der rechten Hüfte, die ihn seit seiner Operation im Februar 2002 permanent peinigen, blendet er aus. Obwohl er vor den French Open einen Monat kein Match bestritten hatte, blühte Kuerten auf dem für ihn schönsten Platz der Welt auf.

Gegen Federer, der zuvor auf Sand in diesem Jahr nur eine Niederlage kassiert hatte und mit der Empfehlung des Turniersieges beim Masters in Hamburg an die Seine gekommen war, spielte Kuerten wie in seinen besten Tagen. Im November 2000 war er in Lissabon Weltmeister geworden und an die Spitze der Weltrangliste gestürmt.

Kuerten, der inzwischen nur noch an Position 30 der Weltrangliste geführt wird, nahm dem erneut schlecht servierenden Federer im ersten und dritten Spiel des ersten Satzes den Aufschlag ab. Er tat das, womit Federer in der zweiten Runde gegen Nicolas Kiefer erfolgreich war: Er spielte unzählige Bälle auf die Linie und raubte seinem Gegner damit wertvolle Punkte. Federer, der kaum Break-Chancen besaß, klebte zumeist an der Grundlinie, wo er Kuertens präzise Schläge nur selten kontern konnte.

Für Kuerten ist ein viertes Finale in Paris nun greifbar nahe. Im Achtelfinale trifft er auf Feliciano Lopez (Spanien) oder «Lucky Loser» Hyung-Taik Lee aus Südkorea. Zudem stehen die verbliebenen Mitfavoriten Guillermo Coria (Argentinien) und Carlos Moya (Spanien) in der anderen Hälfte des Tableaus. Für Australian-Open- und Wimbledonsieger Sieger Federer endete indes jäh der Traum vom Grand Slam - dem Gewinn der vier großen Turniere in Melbourne, Paris, London und New York innerhalb eines Jahres.

Bei den Damen blieben weitere Überraschungen aus. Die an Nummer zwei gesetzte Serena Williams hat in ihrem ersten Grand-Slam-Turnier seit dem Wimbledonsieg 2003 durch einen leichten 6:0, 6:4-Sieg gegen die Kroatin Silvija Talaja ebenso das Achtelfinale erreicht wie Jennifer Capriati. Die French-Open-Siegerin von 2001 hatte beim 6:2, 3:6, 6:4 gegen die Russin Jelena Bowina etwas mehr Mühe.

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