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Federer gegen Hewitt im Masters Cup-Finale

Mit einem dramatischen Tiebreak-Sieg der ganz seltenen Art hat Roger Federer seinen zweiten Finaleinzug beim Masters-Cup in spektakulärer Weise perfekt gemacht.

dpa HOUSTON. Mit einem dramatischen Tiebreak-Sieg der ganz seltenen Art hat Roger Federer seinen zweiten Finaleinzug beim Masters-Cup in spektakulärer Weise perfekt gemacht.

Sechs Mal musste der Weltranglisten-Erste und Titelverteidiger im Westside Tennis Club von Houston in der "Verlängerung" einen Satzball des Russen Marat Safin abwehren, sieben Mal vergab der Schweizer einen Matchball, ehe er bei eigenem Aufschlag die achte Möglichkeit zum triumphalen 20:18 nutzen konnte. 26 Minuten und 38 Sekunden hatte der Marathon-Tiebreak gedauert, bis Federer mit 6:3, 7:6 (20:18) gegen den Weltranglisten-Vierten aus Moskau als Gewinner feststand.

Im Gegensatz dazu war der Einzug von Lleyton Hewitt in sein drittes Masters Cup-Endspiel ein Langweiler. Der Masters-Champion von 2001 und 2002, der gegen Federer im WM-Finale um die Siegprämie von 1,52 Mill. Dollar spielt, ließ dem amerikanischen Publikumsliebling Andy Roddick beim 6:3, 6:2 nicht die Spur einer Chance. Der Australier krönte seine Vorstellung vor 5 300 Zuschauern, indem er das einseitige Duell mit 20 Punkten hintereinander nach 58 Minuten für sich entschied. "Ich habe mich extrem gut bewegt und das Match klar bestimmt", urteilte Hewitt, der vergangenen Mittwoch in der Vorrunde gegen Federer ebenso klar verloren hatte wie vor zwei Monaten im US-Open-Finale. Der Profi aus Adelaide konnte von den fünf Vergleichen in diesem Jahr keines gegen den Eidgenossen gewinnen.

"Das war wirklich ein außergewöhnlicher Tiebreak. So was habe ich noch nie erlebt. Dieses ständige Auf und Ab, die großen Punkte, die Matchbälle, die Satzbälle und auf dem Level, auf dem wir gespielt haben - es war einfach Wahnsinn", meinte Federer nach der "epischen Schlacht" etwas erschöpft. Seit der Einführung des Tiebreaks im Jahr 1970 gab es erst zwei Partien, bei denen auch genau 38 Punkte bis zum Sieg ausgespielt wurden. Vor 31 Jahren hatte sich der Inder Premjit Lall im Auftaktmatch in Wimbledon gegen den Schweden Björn Bork mit 6:3, 6:4, 9:8 (20:18) durchgesetzt. Der Kroate Goran Ivanisevic bezwang bei den US Open 1993 ebenfalls in der erste Runde den Kanadier Daniel Nestor mit 6:4, 7:6 (7:5), 7:6 (20:18).

"Ich war zu nervös und habe mich zu sehr unter Druck gesetzt. Es war schließlich Roger Federer, der auf der anderen Seite stand", versuchte Safin seine weichen Knie am Ende zu erklären. Im zweiten Spiel des zweiten Satzes hatte der US-Open-Sieger von 2000 dem Baseler den Aufschlag abgenommen und konnte mit 4:1 in Führung gehen. Im sechsten Spiel bot sich sogar die Chance zum 5:1, doch Federer wehrte beide Break-Punkte ab und konterte mit einem Break.

Für Safin, der von Federers Ex-Coach Peter Lundgren betreut wird, war es die sechste Niederlage im siebten Duell mit dem dreifachen Grand-Slam-Gewinner des Jahres, der seit Januar in zehn Endspielen nicht einmal bezwungen wurde. Gegen die Top Ten der Weltrangliste hat Federer inzwischen seine makellose Bilanz seit dem Masters-Cup vor zwölf Monaten auf 22:0 Siege ausgebaut. "Ich bin schon jetzt mit meinem Turnier-Abschneiden sehr zufrieden", meinte Federer.

Frustriert und deprimiert verließ indes Roddick den Center Court, der wie Federer die Vorrunde ohne Niederlage gemeistert hatte. "Heute lief alles schief. Nichts klappte", stellte der einstige Weltranglisten-Erste und US Open-Gewinner fest, der drei Autostunden von Houston entfernt in der texanischen Hauptstadt Austin lebt. Vor zwölf Monaten war er im Halbfinale an Federer gescheitert. Ein Trost bleibt Roddick jedoch: Erstmals übertraf der Aufschlag-Weltrekordler in einer Saison die magische Grenze von 1 000 Asse.

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