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Federer glänzt in Houston

Roger Federer ist von nichts und niemandem zu stoppen. Weder von Donner, Blitz und Regenstürmen noch von seinen Gegnern lässt sich der Titelverteidiger beim Masters Cup in Houston vom Erfolgsweg abbringen.

dpa HOUSTON. Roger Federer ist von nichts und niemandem zu stoppen. Weder von Donner, Blitz und Regenstürmen noch von seinen Gegnern lässt sich der Titelverteidiger beim Masters Cup in Houston vom Erfolgsweg abbringen.

Nach einem Tag turbulenter Wetter-Kapriolen und stundenlangen Wartens kam der Weltranglisten-Erste aus der Schweiz um 00.56 Uhr Ortszeit bei der mit 3,65 Mill. Dollar dotierten Weltmeisterschaft gegen den zweimaligen Masters-Champion Lleyton Hewitt (Australien) nach 76 Minuten mit 6:3, 6:4 zum zweiten Sieg.

Damit zog 23-Jährige in der Roten Gruppe bereits vor seinem letzten Spiel gegen den früheren French-Open-Gewinner Carlos Moya ins Halbfinale ein. Der 28-jährige Spanier hatte zuvor nach achtstündiger Regenpause French-Open-Champion Gaston Gaudio (Argentinien) in 83 Minuten mit 6:3, 6:4 bezwungen. Moya, der seit dem 24. September wegen einer Operation an der rechten Schulter pausiert hatte, besitzt wie Hewitt noch die Chance, sich als Gruppenzweiter für die Halbfinals zu qualifizieren. Hewitt, der Moya mit 2:1 Sätzen bezwungen hatte, trifft nun auf Gaudio, der nach zwei Niederlagen keine Hoffnung mehr aufs Halbfinale hat.

Federer zeigte auch im zweiten Match nach seiner über zweiwöchigen Zwangspause wegen eines Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel, welch Ausnahmekönner er ist. Hewitt stand, wie schon bei den anderen vier Duellen in dieser Saison gegen den dreifachen Grand-Slam-Gewinner, von Anbeginn an auf verlorenem Posten. "Ich habe gut gespielt, aber nicht so gut wie im US-Open-Finale gegen ihn. Es ist aber auch erst mein zweites Match seit der Auszeit, da kann man nicht viel mehr erwarten. Ich bin happy, dass ich es hinter mir habe", sagte der Eidgenosse. Im ersten Satz glückte ihm das entscheidende Break zum 3:1. Im zweiten Satz nahm er Hewitt, der sechs Breakbälle vergab, den Aufschlag im ersten Spiel ab. Der zweite Satz wurde wegen Regens beim Stand von 4:2 für Federer eine Stunde lang unterbrochen.

Am Rande des im kommenden Jahr nach Schanghai zurückkehrenden Masters Cups der besten acht Profis der Saison stellte die Dachorganisation ATP ein Projekt im Rahmen der Dopingbekämpfung vor. Neben der möglichst lückenlosen Kontrolle der ausgegebenen Nahrungs-Ergänzungsmittel sollen die Spieler in einer Aufklärungskampagne besser informiert werden. In Zusammenarbeit mit dem internationalen Pharmakonzern "Glaxosmithkline" soll den Spielern von Januar 2005 an ein verbindlicher Leitfaden und der Zugang zu garantiert sauberen Nahrungsergänzungsmitteln angeboten werden.

Veranlasst wurde diese Maßnahme durch jene Dopingproben zwischen August 2002 und Mai 2003, bei denen 43 Profis mit erhöhten Nandrolon-Werten aufgefallen waren. Acht davon lagen über dem Grenzwert - unter anderem gehörte der Brite Greg Rusedski dazu. Kurios war, dass die Proben identische Muster aufwiesen. Die ATP musste letztlich einräumen, dass die konterminierten Nahrungsergänzungsmittel von ihren eigenen Physiotherapeuten ausgegeben worden waren. Der bereits gesperrte Tscheche Bohdan Ulihrach wurde rehabilitiert. Keiner der Dopingverdächtigen erhielt eine Bestrafung.

Neben einem Kurs zum Thema Nahrung und Ergänzungsmittel bietet der Pharmakonzern fünf speziell entwickelte Produkten an. Diese werden einer Qualitäts- und Reinheitskontrolle in einem von der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) akkreditierten Labor unterzogen. Die Spieler erhalten die Produkte nur übers Internet mit Passwort direkt vom Hersteller, ohne Einfluss der ATP oder deren Physiotherapeuten.

"Ich denke, das sind positive Neuigkeiten für die Spieler", sagte Federer. "Jetzt können wir uns auf etwas verlassen und müssen nicht unsere eigenen Wege gehen, ohne sicher zu sein, plötzlich doch gedopt zu sein. Ich weiß nicht, ob ich etwas nehmen werde, aber für andere Spieler ist das sicher nicht schlecht".

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