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Federer wieder Masters-Cup-Champion

Der Superstar hat sein Superjahr super gekrönt. Roger Federer verteidigte auf dem Westside Tennis Club von Houston im Finale des Masters-Cup gegen den Weltranglisten-Dritten Lleyton Hewitt durch ein 6:3, 6:2 seinen Weltmeistertitel.

dpa HOUSTON. Der Superstar hat sein Superjahr super gekrönt. Roger Federer verteidigte auf dem Westside Tennis Club von Houston im Finale des Masters-Cup gegen den Weltranglisten-Dritten Lleyton Hewitt durch ein 6:3, 6:2 seinen Weltmeistertitel.

Er ist damit als erster Profi in 13 Endspielen - elf davon in diesem Jahr - hintereinander ungeschlagen. Den Rekord hatte der Weltranglisten-Erste bislang zusammen mit dem Schweden Björn Borg und dem Amerikaner John Mcenroe gehalten. "Was soll ich sagen? Das war ein wundervolles Ende einer fantastischen Saison. Es ist wie ein Märchen", meinte der Schweizer, der sich nun mit "großen Gefühlen und tollen Erinnerungen" in den Urlaub verabschieden kann.

Sagenhaft, gigantisch, phänomenal - die Suche nach Superlativen überschlug sich, als der zweite WM-Triumph des Eidgenossen gegen den fünf Monate älteren Australier nach nur 67 Minuten feststand. Angesichts miserabler Wetterprognosen wurde das Masters-Cup-Finale erstmals seit 1979 nur in zwei statt der üblichen drei Gewinnsätze ausgespielt. Wegen Regens hatte die Partie bereits mit dreistündiger Verspätung begonnen und musste im ersten Satz bei einer 5:2-Führung von Federer noch einmal für 78 Minuten unterbrochen werden. Die widrigen äußeren Umstände ließen den Champion jedoch eiskalt.

Einen Tag nach dem dramatischen Tiebreak-Sieg mit 20:18 im zweiten Halbfinal-Satz gegen Marat Safin (Russland/4) geriet der diesjährige Grand-Slam-Gewinner der Australian- und US-Open sowie von Wimbledon nicht einmal in Gefahr, den Vergleich gegen den Masters-Champion von 2001 und 2002 zu verlieren. "Statist" Hewitt besaß nicht eine Break- Chance. Federer indes acht, von denen er drei nutzte - im ersten Satz zum 2:0, im zweiten Satz zum 3:2 und 5:2. "Er erlaubte nicht einen leichten Punkt. Sein Aufschlag war wahnsinnig gut und variabel", anerkannte Hewitt, der sich mit einem Preisgeld von 700 000 Dollar trösten konnte. Federer wurde für seinen zweiten WM-Titel mit einer Luxuslimousine und einer Siegprämie von 1,52 Mill. Dollar belohnt, womit er sein Jahressalär auf 6,35 Mill. Dollar aufstockte. Rekord-Verdiener ist Pete Sampras seit 1997 mit 6,5 Mill. Dollar.

Federer blieb damit auch im sechsten diesjährigen Duell gegen Hewitt erfolgreich, nachdem er ihn unter anderen bei den Australien Open im Achtelfinale, in Wimbledon im Halbfinale, bei den US Open im Finale und beim Masters in der Vorrunde bezwungen hatte. Von 15 Vergleichen hat Federer jetzt acht gewonnen. "In den letzten 18 Monaten hat Roger das Spiel auf einen anderen Level gehoben. Andre Agassi und Pete Sampras waren in ihren besten Tagen wahrhaft Ehrfurcht einflößende Spieler. Roger hat beide definitiv erreicht", sagte Hewitt. Der einstige Weltranglisten-Erste möchte nun zum großen Schlag bei den 100. Australian Open im Januar in Melbourne ausholen.

Der erneute Masters-Cup-Durchmarsch von Federer, der wie vor zwölf Monaten seine fünf Spiele gewann, was zuvor nur Ivan Lendl (USA) 1986 und 1987 gelungen war, ist umso beeindruckender, da er wegen eines am 25. Oktober erlittenen Muskelfaserrisses im linken Oberschenkel wochenlang an keinem Turnier teilgenommen hatte. Mit dem 74. Sieg in diesem Jahr (sechs Niederlagen) baute der die gesamte Saison ohne Trainer auftrumpfende Baseler seine makellose Bilanz gegen die "Top Ten"-Spieler seit dem ersten Masters-Cup-Gewinn auf 23:0 Siege aus. "Zum dritten Mal in Wimbledon triumphieren und die Nummer eins der Welt bleiben", lauten Federers wichtigsten Ziele für 2005. Um diese Ziele und den Hattrick beim Masters-Cup zu verwirklichen, der nächstes Jahr wieder in Schanghai stattfindet, hat er sich ab Dezember die Dienste des australischen Top-Trainers Tony Roche gesichert.

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