Fehlbuchungen über neun Milliarden Dollar
Worldcom schockt immer weiter

Der Bilanzbetrug bei dem US-Telekomriesen Worldcom könnte insgesamt mehr als neun Milliarden Dollar (neun Milliarden Euro) erreichen. Bisher hatte Worldcom nur 7,2 Milliarden Dollar an Falschbuchungen zugegeben. Mit dem Betrug wollte das Unternehmen, das in das größte US-Konkursverfahren verwickelt ist, die Gewinne in die Höhe treiben.

HB/dpa NEW YORK/CLINTON. Die in Clinton (Mississippi) ansässige Gesellschaft hat nach eigenen Angaben die amerikanische Wertpapier- und Börsenkommission SEC in Vergleichsdiskussionen darauf hingewiesen, dass sie zusätzliche Gewinnänderungen vornehmen wird. Diese könnten mehr als neun Milliarden Dollar erreichen, wenn man sie zu den früheren veränderten Zahlen hinzurechne. Worldcom sei dabei, seine Überprüfung zu beenden, teilte die Gesellschaft am Dienstag mit. Sie wolle nach Abschluss die endgültigen Ergebnisse vorlegen.

Worldcom ist der weltgrößte Internet-Netzwerk-Betreiber und die zweitgrößte amerikanische Ferngesprächsgesellschaft. Das Unternehmen hatte zunächst Falschbuchungen zur Erhöhung der Gewinne von 3,8 Milliarden Dollar zugegeben. Dann hatte das Unternehmen diesen Betrag auf 7,2 Milliarden Dollar erhöht.

Das Unternehmen versicherte, dass die Änderung der früheren Bilanzen nicht die Bedienung der Kunden treffe. Worldcom wolle bis Mitte 2003 aus dem Konkursverfahren herauskommen. Die Gesellschaft hat nach eigenen Angaben Barmittel von einer Milliarde Dollar. Sie habe außerdem im Rahmen des Konkursverfahrens Finanzmittel von 1,1 Milliarden Dollar verfügbar, die noch nicht angezapft seien.

Die SEC hatte ihre Betrugsvorwürfe gegen Worldcom am Dienstag in einem New Yorker Gericht erweitert. Die Behörde dementierte zugleich, dass sie Betrugsvorwürfe gegen Worldcom fallen lassen wolle, berichtete das "Wall Street Journal" am Mittwoch in seiner Online- Ausgabe. Die Betrügereien reichten zurück bis ins Jahr 1999.

Der frühere Worldcom-Finanzchef Scott Sullivan ist im Zusammenhang mit dem Bilanzbetrug angeklagt worden, vier andere Worldcom-Mitarbeiter haben sich schuldig bekannt. Die amerikanischen Behörden versuchen die Rolle des ehemaligen Worldcom-Chefs Bernie Ebbers in dem Bilanzskandal festzustellen. Ebbers hatte von dem Unternehmen 415 Millionen Dollar Kredite erhalten.

Das US-Justizministerium hatte bisher Schwierigkeiten, Ebbers mit den Falschbuchungen in Verbindung zu bringen. Die Behörden haben aber jetzt nach Angaben der Zeitung neues potenzielles Beweismaterial, um mögliches Fehlverhalten von Ebbers zu untersuchen. Es handelt sich dabei nach Darstellung des "Wall Street Journal" um Dokumente, in denen die Finanzaktivitäten Ebbers im Detail aufgezeigt werden.

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