Fehlende Arbeitsplätze seien das Problem
Jagoda nimmt Arbeitslose gegen Faulenzer-Vorwurf in Schutz

"Nicht Drückeberger sind das Hauptproblem, gravierender ist, dass es nicht genug Arbeitsplätze gibt und die Anforderungen der Betriebe von den Arbeitslosen nicht immer erfüllt werden können", sagte Jagoda am Donnerstag in Nürnberg.

Reuters NÜRNBERG. Der Präsident der Bundesanstalt für Arbeit, Bernhard Jagoda, hat die Arbeitslosen gegen Faulenzer-Vorwürfe in Schutz genommen und Kürzungen bei der Arbeitslosenhilfe abgelehnt. "Nicht Drückeberger sind das Hauptproblem, gravierender ist, dass es nicht genug Arbeitsplätze gibt und die Anforderungen der Betriebe von den Arbeitslosen nicht immer erfüllt werden können", sagte Jagoda am Donnerstag in Nürnberg. "Die weit überwiegende Zahl der Arbeitslosen bemüht sich aktiv um einen Arbeitsplatz". Was fehle seien Stellen. Jagoda sprach sich dagegen aus, die Unterstützung für Arbeitslose zu kürzen. Die Arbeitslosenhilfe sei nicht zu hoch. "Niemand will Drückeberger und Faulenzer durchfüttern, wie überall gibt es sie auch unter den Arbeitslosen. Ihre Zahl ist aber nach unserer Einschätzung eher gering", sagte Jagoda.

Die Zahl der Sperrzeiten gegen Arbeitslose, die zumutbare Stellen oder Weiterbildungsangebote ohne triftigen Grund ablehnten, habe sich im vergangenen Jahr um rund 5000 auf insgesamt 90.900 erhöht, teilte Jagoda mit. Dies liege aber vor allem daran, dass die Arbeitsämter immer mehr Stellen vermitteln könnten. Zudem seien höhere Hürden für Arbeitslose eingeführt worden, angebotene Stellen abzulehnen. 1999 seien 85.980 Sperrzeiten verhängt worden, zwei Jahre zuvor nur 47.663.

Nach den Worten Jagodas beenden 79 Prozent der Betroffenen ihre Arbeitslosigkeit innerhalb eines Jahres. Im Jahr 2000 hätten sich 6,9 Millionen Menschen in Deutschland arbeitslos gemeldet, 7,2 Millionen hätten aber eine Stelle gefunden. Vor allem über 50-Jährige, Unqualifizierte sowie Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen seien von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen. So liege die Dauer der Arbeitslosigkeit bei den über 50-Jährigen im Schnitt bei 17 Monaten, bei jüngeren Arbeitssuchenden dagegen nur bei durchschnittlich 6,1 Monaten, sagte Jagoda. Er forderte die Unternehmen auf, Älteren und Behinderten eine Chance zu geben.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%