Fehlende Impulse
Dax dreht ins Plus

Händler berichten von einem "völlig lustlosen" Geschäft und zufallsbedingten Kursen. Bis gegen 10.35 Uhr handelt der deutsche Aktienindex fast unverändert bei 4 918 Zählern nach einem Schlusskurs von 4 916 Punkten.

vwd FRANKFURT. Nach der relativ guten Eröffnung sei das Geschäft zum Erliegen gekommen. Es sei nicht einmal die berühmte Ruhe vor dem erwarteten Sturm, sondern einfach nur Lustlosigkeit und Abwarten angesagt. Viele Marktteilnehmer rechen im Tagesverlauf mit leichteren Notierungen.

Zwar habe die Deutsche Bank am Vortag in der Schlussauktion am Mittwoch große Kauforders platziert und somit den Markt vor einem weiteren Fall bewahrt. Doch sei das Interesse wieder erlahmt, so Händler. Auch von Analystenseite sei am Morgen kaum etwas zu hören. Außer der Gewinnanhebung bei Henkel durch die Analysten von HeLaBa-Trust sei nichts Neues bekanntgeworden.

Dennoch sorge der schwache Konjunkturreport der US-Notenbank am Vortag vereinzelt für Zinssenkungsfantasie, heißt es am Morgen. Nun sei Warten auf die am Nachmittag anstehende Statistik zu den langlebigen Wirtschaftsgütern in den USA angesagt.

Bis dahin bleiben die Hauptverlierer die Technologiewerte mit Abschlägen von durchschnittlich 1,2 %. Die Banken liegen entgegen den Befürchtungen nur knapp im Minus. Maschinenbauer und Konsumwerte zeigen sich auf der Plusseite. Automobile handeln 0,7 % unter dem Vortageswert.

Siemens-Familie im Dax-Keller



Die Siemens-Familie rutscht deutlich in den Keller. Siemens geben 1,2 % auf 64,77 Euro ab, Infineon 2,1 % auf 21,04 Euro und Epcos knapp 2,7 % auf 49,75 EUR. Sie erholen sich von ihrem Morgentief bei 20,63 Euro. EU-Wettbewerbshüter machten sich bemerkbar, heißt es im Markt. Am Vortag wurde bereits bekannt, dass die EU die staatlichen Unterstützungen für das Chipwerk in Dresden überprüfen wolle.

Im Bankensektor zeigen sich Deutsche Bank und Hypovereinsbank wie erwartet etwas leichter. Im Markt kursiert das Gerücht, europäische Banken seien bei dem Konkurs des US-Energiehändlers Enron involviert. Speziell ABN Amro, CS, Barclays und Royal Bank of Scotland hätten alle Kredite in dreistelliger Millionen-Höhe an Enron vergeben. Aber auch die Deutsche Bank könnte daran beteiligt sein. Die HypoVereinsbank gelte als Hauptbetroffene einer möglichen Kinowelt-Insolvenz. Sie und ABN Amro hätten sich mit größeren Krediten engagiert, heißt es. Am Berichtstag beginne das Insolvenzverfahren bei Kinowelt. Deutsche Bank und Hypovereinsbank geben je rund 0,7 % ihrer Kurse ab.

Versorger legen zu

Ganz im Gegenteil zu den vorbörslichen Einschätzungen zeigen sich die Versorger. Es war befürchtet worden, dass es durch die starken Bedenken des Kartellamts gegen das sogenannte Tankstellen-Joint-Venture zwischen Eon und RWE zu Kursverlusten kommen könne. Aber Eon steigen 0,2 % auf 56,47 Euro während RWE unverändert notieren.

Die Quratalsdaten von Preussag sorgten für Verkaufsdruck auf die Aktien. Zwar war der Umsatz "in line" ausgefallen, doch habe die Spartenergebnisse die Analystenschätzungen deutlich verfehlt. Der Kurs sinkt 1,8 % auf 28 Euro. Als nichts wirklich neues, bezeichneten Händler hingegen die in der "Financial Times Deutschland" veröffentlichte Prognose zur Autonachfrage. Sie sieht das Tief im Jahr 2002. Auch höhere Rabatte und günstige Importe könnten den Abschwung nicht stoppen. Trotzdem steigen DaimlerChrysler 0,1 % auf 47,20 Euro, während BMW und VW abrutschen. VW verlieren sogar deutliche 1,5 %.

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