Fehlende US-Impulse
Dax notiert bei umsatzschwachem Handel freundlich

Die deutschen Aktienmärkte haben sich am Donnerstag freundlich präsentiert. Händler verwiesen allerdings auf ein umsatzschwaches Geschäft angesichts der feiertagsbedingt geschlossenen Börsen in den USA.



rtr FRANKFURT. "Bei solch schwachen Umsätzen ist die Kursbewegung wenig aussagekräftig", sagte ein Händler. Der am Donnerstag bekannt gegebene Rückgang des deutschen Bruttoinlandsproduktes (BIP) im dritten Quartal hatte Händlern zufolge keinen Einfluss auf das Geschehen. Investoren hofften weiterhin auf eine Belebung der Konjunktur im kommenden Jahr, hieß es. Von der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Nachmittag gab es keine richtungweisenden Impulse. Kursgewinne verzeichneten die Technologieaktien, allen voran die des Chipherherstellers Infineon mit einem Plus von mehr als neun Prozent.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) notierte am späten Nachmittag mit einem Aufschlag von 0,7 % auf 5122 Zählern, nachdem er sich im bisherigen Tagesverlauf weitgehend auch auf diesem Niveau präsentiert hatte. In den vergangenen beiden Tagen hatte der Dax nach dem zuvor über Wochen nahezu ununterbrochenen Anstieg rund zwei Prozent nachgegeben. Am Neuen Markt stieg der Nemax50 um 0,6 % auf 1306 Punkte, der MDax für die mittelschweren Werte notierte kaum verändert bei 4286 Zählern.

New Yorker Börse bleibt geschlossen

Die New Yorker Börsen blieben am Donnerstag wegen des Ernte-Dank-Festes (Thanksgiving) geschlossen, was Händlern zufolge einen ruhigen Handelsverlauf am deutschen Markt nach sich zog. "Da kommen heute keine Impulse aus den USA und deshalb werden sich auch die Investoren am deutschen Markt zurückhalten." Am Mittwoch hatten die Börsen in New York schwächer geschlossen. Vor dem Feiertag wollten die Anleger ihre Positionen glattstellen, hatte es auf dem Parkett geheißen. Der Dow Jones hatte 0,67 % niedriger auf 9834 Punkten, die Nasdaq um 0,29 % tiefer auf 1875 Zählern geschlossen.



Keine Auswirkungen auf das Marktgeschehen hatte Händlern zufolge die Nachricht, dass die Leistung der deutschen Wirtschaft im dritten Quartal im Vergleich zum zweiten Quartal leicht geschrumpft ist. Das Statistische Bundesamt hatte mitgeteilt, das BIP sei im Quartalsvergleich saison- und kalenderbereinigt um 0,1 % gesunken, nachdem es im Vorquartal stagniert hatte. Damit ist die Gefahr einer Rezession in Deutschland gestiegen, die Volkswirte in der Regel als zwei aufeinander folgende Quartale mit negativem Wachstum definieren.



"An der Börse wird die Zukunft bezahlt", sagte ein Händler mit Blick auf die steigende Tendenz am Markt. Man hoffe, dass sich die Situation im nächsten Jahr bessere. Fondsmanager Jason Forde von Maintrust sagte, dass man eine solche Entwicklung der deutschen Wirtschaft erwartet habe. "Der Rückgang ist in den Kursen bereits berücksichtigt."

Infineon profitiert von steigenden DRAM-Preisen

Unter den deutschen Standardwerten verzeichneten die Technologiewerte die größten Zuwächse. Infineon stiegen um 9,5 % auf 22,10 ?, was Händler unter anderem auf anziehende Peise für so genannte DRAM-Chips zurückführten. Der Preis eines solchen von Infineon produzierten Speicherchips ist seit dem 7. November ausgehend von einem allerdings niedrigen Niveau um 70 % gestiegen. "Die Leute hoffen, dass es zu einer Konsolidierung in dem Sektor kommt und dass Infineon zu einer der ersten Gesellschaften gehört, die überlebt", sagte Jürgen Wagner, Analyst bei Sal. Oppenheim in Frankfurt.

Epcos gewannen um fast sechs Prozent auf 56,75 ?. Die Titel von Siemens zogen um 2,5 % auf 67,96 ? an. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte das Kursziel der Aktien auf 72 ? von zuvor 63 ? heraufgesetzt.

Lufthansa ist größter Verlierer

Größter Verlierer im Dax waren dagegen die Aktien der Lufthansa mit einem Abschlag von fast drei Prozent auf 15 ?. Marktteilnehmer verwiesen auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Zuwächsen des Papiers. Zudem setzen nach wie vor Gerüchte um die Begebung einer Wandelanleihe das Papier unter Druck, hieß es. Die Lufthansa hatte am Mittwoch dementiert, die Ausgabe einer Wandelanleihe zu planen.

Am Neuen Markt fielen die Aktien des Kleincomputer-Anbieters Kontron Embedded um mehr als acht Prozent auf 15,57 ?. Die Firma hat nach eigenen Angaben im dritten Quartal ein abgeschwächtes Umsatzwachstum verzeichnet und geht davon aus, dass das Wachstum beim Jahresergebnis (Ebitda) deutlich geringer ausfallen wird als ursprünglich erwartet.

Die Aktien des Medizintechnikunternehmens Asclepion legten um mehr als 45 % auf 13,10 ? zu. Die Gesellschaft hatte mitgeteilt, ihre Aktivitäten in der Augenheilkunde mit der Carl Zeiss Gruppe zusammenlegen zu wollen.

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